Solidarität mit der Ukraine weiter notwendig, DSW zum Jahrestag des russischen Angriffs
Erklärung von Matthias Anbuhl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks
„Der am 24. Februar 2022 begonnene Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine erschüttert seitdem die Welt. Seit einem Jahr leiden und sterben täglich Menschen, weil Russland ein Nachbarland angreift.
In Deutschland waren im Februar 2023 mehr als eine Millionen ukrainische Flüchtlinge registriert, davon rund ein Drittel Kinder und Jugendliche. Über 70% Prozent der Geflüchteten haben einen tertiären, meist akademischen Bildungsabschluss. Es dürften auch Studierende darunter sein; genaue Zahlen haben wir leider nicht und vermuten, dass geflohene Studieninteressierte zunächst Sprachkurse belegen.
Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ging im August 2022 davon aus, dass rund 21.000 geflohene ukrainische Schulabgänger/innen und Studierende künftig eine Hochschule in Deutschland besuchen wollten, diese Zahl sei jedoch volatil.
Wichtig ist mir: Deutschland und mit ihm sein Bildungs- und sein Hochschulsystem zeigen sich solidarisch und offen. Ukrainische Studieninteressierte und Studierende werden seit Beginn des Kriegs in Deutschland unbürokratisch und gut unterstützt; unter anderem wurde am 1. Juni 2022 das BAföG für sie geöffnet. Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Kultusministerkonferenz richtete der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) zum 11. April 2022 die Nationale Akademische Online-Kontaktstelle Ukraine als zentrale Anlaufstelle für vom Krieg betroffene Studierende und Forschende ein. Dies war ein wichtiges und stark sichtbares Signal an die globale Wissenschafts-Community.
Die Studierendenwerke und wir als ihr Verband haben uns von Anfang an klar gegen diesen Angriffskrieg positioniert und unsere Solidarität gegenüber allen Studierenden erklärt, die wegen des Kriegs in Deutschland in Not geraten, unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft. Die Studierendenwerke unterstützen vom Krieg betroffene Studierende tatkräftig, insbesondere mit Wohnungsangeboten, Mietvertragsverlängerungen, Mietstundungen, Gutschriften für Mensakarten, Freitischen, Sozialberatung, psychologischer Beratung oder mit finanzieller Hilfe über Notfallfonds. Darüber hinaus leisten sie teilweise Hilfe bei der Verpflegung und Unterbringung von Geflüchteten aus der Ukraine. Das Studierendenwerk Berlin hat auf Bitte der Berliner Landesregierung ein „Centre for Student Refugees Berlin“ eingerichtet; es bietet Erstorientierung für vom Krieg in der Ukraine geflüchtete Studierende bzw. geflüchtete Studieninteressierte.
Darüber hinaus unterstützen wir gemeinsam mit den Studierendenwerken mit voller Überzeugung die Appelle der Hochschul-, Forschungs- und Wissenschaftsorganisationen Deutschlands, dass Russland diesen brutalen und völkerrechtswidrigen Krieg beendet. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei allen Menschen, die seit einem Jahr unter diesem Krieg leiden.“
24.02.2023
