Reisebericht - Jahrestreffen 2023 der Vereinigung der ehemaligen CROUS-Direktorinnen und Direktoren zum Treffen der ehemaligen Kollegen in Lille
Das Jahrestreffen 2023 der Vereinigung der ehemaligen CROUS-Direktorinnen und Direktoren zum Treffen der ehemaligen Kollegen fand vom 19. bis zum 23.Juni 2023 in Lille, Roubaix und Dunkerque. Hier berichtet Fritz Berger.
Vorsitzender Patrick Bougenot, ehemaliger Direktor des CROUS Dijon, hatte vom 19.-23.Juni 2023 im Namen der Vereinigung der ehemaligen CROUS-Direktorinnen und Direktoren zum Treffen der ehemaligen Kollegen in die äußerste nordöstliche Ecke Frankreichs eingeladen - nach Lille, Roubaix und Dunkerque.
Was für die deutschen Teilnehmer überwiegend günstig erreichbar war, hatte womöglich einige französische Kolleginnen und Kollegen von der Reise abgehalten. So waren esi nsgesamt 18 Teilnehmer, je zur Hälfte aus Frankreich und aus Deutschland.
Dennoch waren Lille, Roubaix und Dunkerque die Reise wert. Das Programm war inhaltlich gut gewählt, auch die Organisation und Durchführung weitestgehend okay. Gut untergebracht waren wir in den erst wenige Monate alten Wohnheimen EVARISTE GALOIS.
Gastgeber Manuel Parisis, der Generaldirektor des CROUS Lille, das rund 80 000 Studenten betreut und übrigens eine Partnerschaft mit dem Kölner STW pflegt, begrüßte zum Auftakt am Montagabend die deutsch-französische Reisegruppe in der Mensa „Cabaret Sully“ auf dem riesigen Wissenschaft-Campus in Villeneuve d Ascq, der, wie eine rege Bautätigkeit zeigte, sich offenbar immer weiter ausweitet.
Das CROUS, das insgesamt über 8000 Wohnplätze verfügt, musste viele Jahre den Zustand vieler älterer Wohnheime beklagen. Jetzt kann bzw. muss es aktuell ein 25 Millionen-Projekt „abarbeiten“, das zur Freude des Geschäftsführers „ausnahmsweise“ zu 100% vom Staat finanziert wird.
Eine finanzielle Schieflage verursacht hingegen inzwischen das 1-Euro-pro-Mahlzeit-Projekt.
Präsident Macron hatte dies als Förderprogramm in der COVID-Pandemie zunächst für alle Studierenden geregelt. Es gilt weiter - allerdings inzwischen beschränkt auf die „geförderten Studenten“ (ca.ein Drittel). Bei Herstellungskosten von mindestens 8 Euro erhält das CROUS lediglich einen Zuschuss von 1 Euro zusätzlich zu dem 1 Euro Entgelt der Studierenden.
Der starken Nachfrage nach dem 1-Euro-Menü stehen somit nur minimale Einkünfte gegenüber - und das bei auch in Frankreich stark gestiegenen Energie- und Personalkosten. Am Ende hoffen die CROUS, dass der Staat für den "politischen Preis“ zahlen wird.
Das Besuchsprogramm führte am Dienstag zunächst nach Roubaix - in das sehr sehens-werte "Musée La Piscine“ :
Von dem ehemaligen Schwimmbad, das in ein modernes Museum umfunktioniert wurde, war es nur einige hundert Meter in die neue Mensa „Class CROUS“, auf dem hypermodernen Campus in der Nähe des alten Jugendstil-Bahnhofs von Roubaix.
Am Nachmittag erwartete uns eine „kulinarische Stadtführung“ im lebhaften historischen Zentrum von Lille, das noch immer von dem Reichtum des früheren Zentrums der Textilindustrie zeugt.
Mit Bus ging es am Mittwoch schon früh nach Gravelines bei Dunkerque zum größten, etwa 50 Jahre alten Atomkraftwerk Frankreichs. Die lange mit bürokratischem Aufwand vorbe-reitete Besichtigung mußte allerdings kurzfristig wegen fehlender Personalkapazitäten ausfallen und führte nicht nur bei Organisator Patrick Bougenot zu Verärgerung.
Die gute Stimmung in der Gruppe kam rasch zurück beim Mittagessen im „Restaurant universitäre de Dunkerque“ und hielt auch während der Besichtigung des sehenswerten Marine- und Schifffahrtsmuseums und den anschließenden Rundgang um Hafen und Stadtzentrum an.
Ein letzter Höhepunkt folgte am Donnerstagvormittag mit der Fahrt ins Städtchen CROIX, wo wir beim Besuch der von 2009 bis 2015 perfekt restaurierten „VILLA CAVROIS“ ins Staunen gerieten. Die Industriellen-Villa wurde von 1929 bis 1932 im Stil der „Architecture moderne“, dem Pendant zur deutschen Bauhaus-Architektur, von Architekt Robert Mallet-Stevens entworfen und errichtet. Seit 2012 zählt die Villa zu den symbolträchtigen Gebäuden des 20. Jahrhunderts und wurde mit Mitteln des weltweiten Programms „Iconic Houses“ gefördert.
https://www.france.fr/de/nordfrankreich/artikel/die-villa-cavrois-nord-pas-calais;
Am Nachmittag hatte Fritz Berger Gelegenheit an der Versammlung der ehemaligen französischen Direktorinnen und Direktoren teilzunehmen. In ihrem eingetragenen Verein machen sie sich auch Gedanken über eine bessere Kommunikation der Ehemaligen.
Die im vergangenen Jahr initiierten Vorbereitungen für eine Website, die bis nächstes Jahr fertiggestellt werden soll, sind bereits abgeschlossen. Hierdurch soll der Zusammenhalt und die Beteiligung gestärkt werden.
Mit einem festlichen Abendessen in der Mensa „Cabaret SULLY“, verbunden mit herzlichen Dankesbekundungen an Gastgeber Manuel Parisis und sein gesamtes Team sowie selbstverständlich an den unermüdlichen Organisator Patrick Bougenot, klang die Woche
voller interessanter Eindrücke bei angeregten deutsch-französischen Gesprächen aus.
