Festvortrag: Campus der Zukunft

von Matthias Anbuhl,

Vorstandsvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks

Gehalten beim ersten feierlichen Semesterempfang der Universität Greifswald am 10. November 2025, ab 18 Uhr

 

Ich bin Matthias Anbuhl vom Deutschen Studierendenwerk. 

Wir sind der Verband aller 57 Studierendenwerke in Deutschland, und wir setzen uns politisch ein für die sozialen Interessen der fast drei Millionen Studierenden in Deutschland.

Wir arbeiten politisch für mehr bezahlbaren Wohnraum für Studierende, für ein auskömmliches, starkes, digitales und einfaches BAföG, für gute psychologische und soziale Beratung – und für starke, auskömmlich finanzierte Studierendenwerke.

Starke Studierendenwerke garantieren die beste Förderung und Unterstützung für die Studierenden.

Historisch wurzeln die Studierendenwerke im zivilgesellschaftlichen Engagement:

Studierende und Lehrende, die gemeinsam anpacken, gegen Hunger, gegen Obdachlosigkeit, und die gemeinsam dafür sorgen, dass Studieren gelingt: Das ist die „Ur-Szene“ unserer Gründung in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg.

Von Selbsthilfeinitiativen zu den sozialen Organisationen des öffentlichen Bildungssektors – diese Entwicklung haben die Studierendenwerke in den vergangenen 100 Jahren genommen.

Heute sind sie das soziale Rückgrat des deutschen Hochschulsystems. 

Unsere DNA ist seit der Gründung vor mehr als 100 Jahren hochaktuell:

Alle jungen Menschen sollen die gleichen Chancen haben, sich zu bilden, zu studieren und an dieser Gesellschaft teilzuhaben:

  • egal, über wie viel Einkommen sie verfügen,
  • egal, welchen familiären oder sozialen Hintergrund sie haben,
  • egal, welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlen, oder welcher Religion.

Die Studierendenwerke leisten einen wichtigen Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit und zu sozialem Zusammenhalt unserer Gesellschaft.

Und das zivilgesellschaftliche oder ehrenamtliche Engagement wird bei uns weiterhin großgeschrieben.

Studierendenwerke sind Orte der gelebten Demokratie und der Partizipation: Studierende arbeiten in den Aufsichtsräten der Studierendenwerke mit, und auch auf Verbandsebene, im Deutschen Studierendenwerk, haben sie auf Bundesebene ein Austauschforum. 

Wie sieht nun der Campus der Zukunft aus?

 

  • 1. Hochschulen müssen soziale Orte sein, und wir müssen „sozial“ neu definieren

Der massive Digitalisierungs-Schub durch die Pandemie hat neue, bleibende Formate in der Hochschul-Lehre hervorgebracht.

Unser Leben insgesamt, unsere Dialog-Beziehungen sind digitaler geworden.

Die Lehre wird ein Mix bleiben aus digitaler, analoger und hybrider Lehre – es sollte aber unser gemeinsames Ziel sein, dass die Präsenz-Lehre einen sehr hohen Anteil an dieser Mischung hat.

Eine gute Präsenz-Lehre ist zentral für ein gutes und gesundes Studium!

Denn bei aller Begeisterung für das Digitale - die Pandemie- und Lockdown-Semester zeigen es ganz klar: 

Wir brauchen Präsenz. 

Wir brauchen den zwischenmenschlichen Austausch, die Begegnung, das zufällige Aufeinandertreffen von Menschen, in der Bibliothek, in der Mensa.

Die desaströsen psychischen Folgen der Pandemie wirken bis heute nach.

Die Lockdown-Semester mit ihrer digital sozialen Isolation belasten eine ganze Generation von Studierenden weiterhin stark, auch Jahre nach dem Ende der Pandemie. 

Wir merken das an der weiterhin enorm hohen Nachfrage der Studierenden nach psychologischer Beratung bei den Studierendenwerken.

Isolation, Vereinsamung, Einsamkeit – das sind direkte oder indirekte psychische Belastungen aus der Pandemie-Zeit. Auch wenn seitdem weitere Krisen hinzugekommen sind – die Kriege gegen die Ukraine, im Nahen Osten, die Klima-Krise…

Für den Campus der Zukunft gilt: Die Studierenden wollen, genießen und wertschätzen Präsenz.

Wir brauchen Menschen, die in den Hörsälen, Labors, Seminarräumen Wissenschaft lehren und lernen.

Wir brauchen die Begegnung in der Mensa, den Schnack in der Bibliothek, das Gespräch über das gestrige Spiel des Greifswalder FC oder meinethalben von Hansa Rostock am Rande des Seminars.

Der Campus der Zukunft muss ein Präsenz-Campus sein.

Hochschulen sind und bleiben soziale Orte, auch wenn ein Teil der Lehre digital bleibt. 

Die Ansprüche, die Erwartungen und die Anforderungen an die Campus-Infrastruktur gehen in die Richtung, dass überall auf dem Campus der wissenschaftliche Dialog in Präsenz geführt werden kann. 

In unterschiedlich großen Gruppen, vielleicht auch zu Zeiten, die uns heute befremdlich erscheinen, etwa spät am Abend oder am Wochenende.

Ich gehe in eine Lehrveranstaltung in Raum X, danach gönne ich mir in Cafeteria Y einen Cappuccino, und dann gehe ich in Raum Z das Gelernte noch einmal durch …

Warum den Vortrag der Mitstudierenden nicht erst in der Bibliothek streamen, und dann in den Seminarraum gehen? 

Und das eigene Referat in der Mensa vorbereiten, da dort rund um die Uhr Arbeitsplätze bereitstehen?

Kurz: Wir müssen das „Soziale“ des Campus neu definieren, und wir müssen die Räume auf dem Campus neu definieren.

Räume, denen bisher ausschließlich ein Zweck zugedacht war, werden weitere Zwecke erfüllen. 

Der Wissenschaftsrat hat in einem Positionspapier zum Hochschulbau dafür den Begriff der „Zwischenräume“ geprägt.

„Zwischenräume“ meint, die Flächen und Räume für Forschung, Studium und Lehre stärker zu verbinden – ich sage, zu durchmischen.

Nehmen Sie mein Lieblings-Beispiel, die Mensa.

Die Mensa der Zukunft ist neben einem Ort des guten, gesunden, preisgünstigen Essens eben auch ein Ort des Austauschs, der Begegnung – und in Zukunft stärker auch ein Ort der akademischen Lehre und des Lernens.

In seiner Mensa können sich die Studierenden auch außerhalb der Öffnungszeiten aufhalten, mit einer Automatenversorgung.

Dieses Angebot wird gut angenommen – für mich ist das genau der richtige Weg hin zum Campus der Zukunft.

Der Wissenschaftsrat geht noch einen Schritt weiter und schreibt, ich zitiere:

„Mit ansprechenden gastronomischen Einrichtungen kann nicht nur die Versorgung der Hochschulangehörigen gewährleistet, sondern auch ein attraktives Angebot für die Stadtgesellschaft gemacht werden.“ – Zitat-Ende

Die Öffnung des Campus hin zur Stadtgesellschaft, zu Kultur-Institutionen, Unternehmen oder Sport-Vereinen – das ist die Vision des Wissenschaftsrats für den Campus der Zukunft.

Bei uns auf Verbandsebene haben Kanzler*innen von Hochschulen gemeinsam mit Geschäftsführer*innen von Studierendenwerken diese Vision eines sozial offenen Campus der Zukunft weiter ausgearbeitet. In den kommenden Wochen lesen Sie vielleicht davon.

Mir ist bewusst: Es gibt berechtigte Einwände gegen solche Ideen – juristische, finanzielle oder ordnungspolitische Einwände.

Ich möchte mir aber die Freiheit nehmen, den Campus der Zukunft frei zu entwerfen.

Und ich möchte beim Beispiel der Mensa bleiben.

Wenn die Mensa der Zukunft auf dem Campus der Zukunft ein multifunktionaler Ort sein soll, auch für das Lernen oder sogar die Lehre – dann muss sie dafür auch baulich imstande sein.

Wie immer wir auch die Räume auf dem Campus der Zukunft neu und multifunktional nutzen möchten – zuallererst müssen sie intakt sein!

Der Sanierungsstau im deutschen Hochschulsystem ist immens, und er betrifft alle Hochschulgebäude – Hörsäle, Labore, Bibliotheken, aber eben auch die Mensen und Cafeterien, die von den Studierendenwerken betrieben werden. 

Allein für die energetische Sanierung der Mensen und Cafeterien haben wir einen Investitionsbedarf von vier Milliarden Euro.

Völlig unabhängig davon, wie teilweise verwickelt und komplex die Eigentums-Verhältnisse sind bei unseren Mensen.

Die Hochschulrektorenkonferenz veranschlagt für das gesamte Hochschulsystem einen Finanzbedarf von 140 Milliarden Euro, um den Sanierungsstau aufzulösen.

Die Mittel für die Hochschul-Sanierung und damit auch für die Mensa-Sanierung werden vor allem aus dem 100-Milliarden-Sondervermögen Infrastruktur der Länder kommen müssen.

Gemeinsam mit den Hochschulen arbeiten wir Studierendenwerke politisch daran, dass der Sanierungsstau im Hochschulsystem mit diesem Sondervermögen angegangen wird.

Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist außerdem eine „Schnellbauinitiative Hochschule“ versprochen. Frau Bär hat bisher von Bundesseite gerade einmal 60 Millionen Euro veranschlagt…

Vielleicht liegen auch noch mehr Mittel für die Hochschul-Sanierung drin aus den Bundesmitteln, die der Bund den Ländern gibt für Steuerausfälle durch den Investitionsbooster.

Die Wissenschafts-minister*innen der Länder fordern zu recht geschlossen einen Ausbau der Bundesförderung.

Und sie fordern ebenso zu recht einen raschen und unbürokratischen Einsatz der Mittel aus dem Sondervermögen der Länder. 

Wir brauchen eine gemeinsame Kraftanstrengung von Bund und Ländern.

Den Ländern kommt ohnehin die Schlüsselrolle zu.

Es sind die Länder, die die soziale Infrastruktur für die Studierenden schaffen, erhalten und ausbauen müssen.

An dieser Stelle, möchte ich einmal das Land Mecklenburg-Vorpommern hervorheben, dass seine soziale Verantwortung für seine Studierenden ernst nimmt durch:

  • den Mensa-Zuschuss, der im neuen Doppelhaushalt des Landes ein deutliches Plus aufweist,

  • die Pandemie-Hilfe,

  • den Energiekosten-Zuschuss

  • oder die 100.000 Euro jährlich pro Studierendenwerk für die psychologische Beratung

Unter dem Vorsitz von Frau Martin haben alle Wissenschaftsminister*innen der Länder erst neulich die, ich zitiere, „zentrale Rolle“ betont „von Hochschulen, Universitätskliniken und Studierendenwerken für die Leistungs- und Zukunftsfähigkeit unseres Landes“, Zitat-Ende. 

Dafür müssen sie an erster Stelle auch baulich in die Lage versetzt werden.

Der Campus der Zukunft benötigen intakte Räume, vom Hörsaal übers Labor zur Mensa.

Damit er ein sozialer Campus ist. Sozial in dem umfassenderen Sinne, wie ich es versuche zu skizzieren, einschließlich der „Zwischenräume“.

Ein sozialer Campus benötigt eine ausgebaute, intakte, solide soziale Infrastruktur – das ist eine weitere Voraussetzung.

Sprich: Die Studierendenwerke spielen für den Campus der Zukunft eine Schlüsselrolle. Mit ihren Mensen, Cafeterien, aber auch ihren Wohnheimen.

Das leitet über zu meiner zweiten These.

 

  • 2. Der Campus der Zukunft muss digital sein

Die Pandemie hat die Hochschullehre digitalisiert, KI krempelt sie radikal um.

Meine Frage ist: Hält der Campus in seiner Materialität, mit all seinen Räumen, mit dem rasenden Tempo der Digitalisierung mit?

Ich fürchte, nein. Noch längst nicht alle Räume auf einem Campus, und erst recht noch längst nicht alle Zwischenräume, haben die nötige W-LAN-Abdeckung.

Zur energetischen und baulichen Sanierung von Hochschul-Räumen gehört für mich zwingend auch die digitale Nachrüstung. 

Die Studierendenwerke sind mit der Digitalisierung ihres Leistungsportfolios schon vor der Pandemie weit gewesen.

Sie setzen zum Beispiel auf

  • die digitale Steuerung von Gebäudetechnik und Energieeinsatz in Wohnheimen
  • Apps, bei denen ich als studentischer Mieter den Status der Waschmaschine nachverfolgen kann
  • automatisierte Vermietung im Wohnheim
  • KI-gestützte Kassensysteme in der Mensa
  • Algorithmen zum CO2-Fußabdruck und zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen

Worauf ich hinaus will: Wir haben bei der Digitalisierung des Campus eine Parallelität von Entwicklungen – in der Lehre, in der Infrastruktur, und bei den Verwaltungsprozessen. 

Ich muss Ihnen ein Beispiel nennen, wie man Digitalisierung nicht angehen sollte. Ich meine den Vollzug des BAföG. Zuständig dafür sind die Länder, und aus unserer Sicht, auch wenn er das nicht gerne hört, auch der Bund.

Beim BAföG ist die Antragstellung digitalisiert – alles Weitere nur in Ansätzen. 

Zu viele BAföG-Ämter müssen die online eingereichten Anträge ausdrucken, abstempeln, abheften. 

Das ist keine Digitalisierung, das ist Bürokratie-Irrsinn! 

Die ganze BAföG-Prozesskette muss digitalisiert werden: der Antrag, die Akte, der Bescheid an die Studierenden, die Kommunikation mit ihnen. 

Ich finde, das BAföG eignet sich hervorragend als Leuchtturm-Projekt für Bürokratieabbau und Staatsmodernisierung!

Wir haben Beim BAföG außerdem ein strukturelles Informationsdefizit. 

Das bestätigen auch die jüngsten BAföG-Befragungen der ostdeutschen Studierendenwerke.

Fast zwei Drittel der Studierenden, die BAföG bekommen könnten, stellen keinen Antrag. 

Weil sie meinen, es wäre nur für die Ärmsten, oder ihre Eltern verdienten zu viel. 

Laut einer Studie von zwei staatlichen Forschungsinstituten könnte der Anteil der Studierenden, die BAföG bekommen, von heute 12 % sicher verdoppelt werden – wenn die Informationen zum BAföG besser aufbereitet wären. 

Das könnte ein KI-gestützter BAföG-Staats-Bot leicht lösen. 

Erste Anbieter und Prototypen gibt es bereits, zum Beispiel bei einem Fraunhofer Institut oder auf dem Portal „studis online“.

Worauf wartet das KI-affine, fürs BAföG zuständige Bundesforschungsministerium?

 

  • 3. These: Der Campus der Zukunft wird international sein

Unsere Hochschulen werden immer Internationaler. Im Wintersemester 2023/24 kamen fast 400.000 Studierende aus dem Ausland, so viele wie nie zuvor. 

Die wichtigsten Herkunftsländer sind Indien, China und die Türkei.  

Zur internationalen Community an unseren Hochschulen kommen zudem noch 65.000 ausländische Forschende. Weil die Trump-Administration die Wissenschaftsfreiheit frontal angreift, könnten bald zahlreiche Forscher*innen und internationale Studierende den USA den Rücken kehren und nach Deutschland kommen. 

Die Attraktivität unseres Hochschul- und Wissenschaftsstandorts für internationale Studie­rende soll weiter gesteigert werden. Das haben Bund, Länder und die Hochschulen in einer gemeinsamen Internationalisierungs-Strategie vereinbart. 

Wir profitieren massiv von internationale Studierenden. Das hat das Institut der deutschen Wirtschaft erforscht.

Etwa 40 Prozent eines Anfänger*innen-Jahrgangs internationaler Studierender bleibt längerfristig in Deutschland und wird am Arbeitsmarkt aktiv. 

Ein solcher Jahrgang von internationalen Studierenden spült ein Plus von 15,5 Milliarden Euro in unsere staatlichen Kassen. 

Internationale Studierende bringen dem deutschen Staat langfristig achtmal so viele Einnahmen, wie ihn vorher ihr Studium kostet. 

Diese positiven Effekte sind umso größer, je mehr internationale Studierende langfristig in Deutschland bleiben. 

Wir müssen also, als Staat, als Gesellschaft, ein immenses Interesse daran haben, internationale Studierende für ein Studium in Deutschland zu gewinnen – und dann alles dafür zu tun, dass sie sich hier gut integrieren und sich für Deutschland als Arbeits- und Lebensort entscheiden. 

Mein Punkt ist: Die größten Probleme haben internationale Studierende in Deutschland bei der Suche nach bezahlbarem Wohnraum. Das hat die jüngste „BintHo“-Studie des DAAD bestätigt.

Mitunter scheitern wegen der Wohnungsmisere sogar voll ausfinanzierte internationale Austausche; viele internationale Studierende verzweifeln an der Wohnungssuche.

Zum Thema Wohnraum für internationale Studierende sind wir als Deutsches Studierendenwerk, gemeinsam mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst, mit der Bundesregierung und den Ländern in intensiven politischen Gesprächen. 

Große Hoffnungen setzen wir auf das im Jahr 2023 gestartete Bund-Länder-Programm „Junges Wohnen“.

Es kann mittel- und langfristig Abhilfe schaffen, weil die Studierendenwerke mit diesen Mitteln mehr bezahlbaren Wohnraum auch für internationale Studierende schaffen und erhalten können – wenn denn die Länder das Programm kraftvoll umsetzen.

Denn, meine Damen und Herren, 

wenn wir auch aus dem Ausland die händeringend gesuchten Fachkräfte von morgen holen – dann brauchen die neben dem Studienplatz auch einen Wohnheimplatz

Frei nach Max Frisch: Wir rufen Fachkräfte, und es kommen Menschen. 

Menschen mit menschlichen Grundbedürfnissen, wie dem nach einem Dach über dem Kopf. 

Die Internationalisierung unseres Hochschulsystems funktioniert nur mit einer gut ausgebauten sozialen Infrastruktur. Zum Nulltarif ist sie nicht zu haben.

Ein Beispiel: 

Rund 40 % ihrer knapp 200.000 Wohnheimplätze stellen die Studierendenwerke „Internationals“ zur Verfügung. 

Ohne dieses Angebot wären internationale Studierende, gerade aus Ländern außerhalb der EU, chancenlos auf dem deutschen Wohnungsmarkt.

Auch nehmen internationale Studierende stark die Kinderbetreuungsangebote, die kulturellen Angebote, die Sozialberatung und die psychologische Beratung der Studierendenwerke in Anspruch.

Die Studierendenwerke fördern zudem die sozial-akademische Integration der internationalen Studierenden in ihren Wohnheimen mit interkulturellen Angeboten, Veranstaltungen, insbesondere über ihre studentischen Wohnheimtutor*innen-Programme. 

Leider fördern aber nur Bayern und das Saarland diese Programme…

 

  • 4. These: Der Campus der Zukunft ist ein nachhaltiger Klima-Campus

Ich bin überzeugt: Unsere Hochschulen haben das Potenzial, Reallabore zu werden für nachhaltige Bildung und Forschung. Sie können Wirtschaft und Gesellschaft entscheidende Zukunftsimpulse geben. 

Wer, wenn nicht die Wissenschaftler*innen und die Studierenden, können Wege aufzeigen, wie wir die anstehende, riesige sozial-ökologische Transformation schaffen?

Dass wir die Grundlagen unserer Ernährung, unseres Wirtschaftens und Lebens erhalten müssen, ist für die Studierendenwerke seit mehr als 100 Jahren Maßstab ihres Handelns. 

Dass ökologisches und wirtschaftliches Handeln sich nicht ausschließen, dafür sind die Studierendenwerke der beste Beweis.

Die Studierendenwerke können, wollen und betreiben Nachhaltigkeit. 

Sie sind Nachhaltigkeits-Pioniere, gerade wenn Sie sich ihre Wohnheime und Mensen ansehen.

Die Studierendenwerke bauen und betreiben energieeffiziente Wohnheime, verwenden ökologische Baustoffe, sind zum Beispiel Pioniere im Holzbau.

In ih ren Mensen stehen Nachhaltigkeit und Klimaschutz an vorderster Stelle: 

Es geht um Abfallvermeidung, vegetarische oder vegane Ernährung, saisonal ausgerichtete Speisepläne und um möglichst regionale Lieferketten.

Ein klasse Beispiel dafür ist das Forschungsprojekt „RegioVers“, bei dem das Studierendenwerks Greifswald mitmacht.

Es geht darum, zusammen mit Bio-Höfen in der Region Neubrandenburg die Versorgung mit regionalen Bio-Lebensmitteln zu verbessern. 

Gemeinsam mit der Hochschule Neubrandenburg wird unter anderem seit dem 1. Oktober in der Mensa Neubrandenburg des Studierendenwerks Greifswald der sogenannte "RegioTeller" getestet – mit großem Zuspruch! 

Die Frage ist: Sind Studierende bereit, einen etwas höheren Preis für regionale Bio-Gerichte zu bezahlen?

So oder so, die Studierenden sind die Treiber*innen solcher Nachhaltigkeits-Initiativen, und mit den Studierendenwerken haben die Studierenden Bündnispartner und Unterstützer an ihrer Seite. 

 

Mein Fazit:

Auf dem Weg zur klimaneutralen Hochschule, zum klimaneutralen Campus spielen die Studierendenwerke eine Schüsselrolle. 

Mit ihnen wird der Campus der Zukunft so, wie er meiner Meinung nach aussehen muss: sozial, digital, international – und nachhaltig.