Matthias Anbuhl, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Studierendenwerks, kommentiert:
„Der Handlungsdruck beim BAföG ist enorm hoch. Die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamts belegen dies einmal mehr.
Das BAföG ist nicht auskömmlich, und es erreicht zu wenige Studierende. Umso wichtiger ist nun, dass die Bundesregierung die 30. BAföG-Novelle noch wie geplant in diesem Monat auf den Weg bringt ins parlamentarische Verfahren.
Zwei der mit der 30. BAföG-Novelle geplanten Verbesserungen tun besonders not: Erstens die im Koalitionsvertrag versprochene, automatische Erhöhung der Freibeträge sowie zweitens die Angleichung des BAföG-Grundbedarfs an die Grundsicherung.
Damit wird das BAföG verlässlich und regelmäßig erhöht, und BAföG-geförderte Studierende werden endlich wie der Rest der Gesellschaft behandelt.
Ob die regelmäßige Erhöhung der BAföG-Elternfreibeträge um jährlich 1,5 % gemessen an der Entwicklung der Einkommen reicht, muss allerdings genauso regelmäßig überprüft werden.
Wir haben beim BAföG überdies ein tief verankertes, strukturelles Informations-Defizit. Bis zu 70 % der eigentlich BAföG-berechtigten Studierenden stellen keinen Antrag. Das zeigt eine gemeinsame Studie des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik (FIT) und des Max-Planck-Instituts zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern.
Der vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Rahmfahrt angekündigte, KI-gestützte BAföG-Bot kann Abhilfe schaffen. Es wäre gut, wenn er bald online ist.“
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts:
www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/08/PD26_274_214.html
