Auf Einladung der italienischen Universitäts-Rektor*innen spricht heute Freitag, den 20. Dezember 2024, Matthias Anbuhl, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Studierendenwerks, in Rom als Experte für das deutsche Hochschulsystem auf der Konferenz „Stati Generali dell’Università".
Bei der zweitägigen Konferenz, die eine Bestandsaufnahme des italienischen Universitätssystems im europäischen Vergleich zum Ziel hat, stellt Anbuhl die wirtschaftliche und soziale Lage der rund 2,9 Millionen Studierenden in Deutschland vor, die Angebote der Studierendenwerke sowie die größten Herausforderungen, vor denen Studierende in Deutschland stehen.
In seinen Ausführungen hebt Anbuhl auf die 22. Sozialerhebung ab zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Studierenden, und er adressiert insbesondere diese drei Themen:
- Die soziale Polarisierung bei der Studienfinanzierung in Deutschland: 34 % der Studierenden müssen mit weniger als 800 Euro im Monat auskommen – aber nur noch 12 % erhalten BAföG
- Den eklatanten Mangel an bezahlbarem Wohnraum: Wenngleich das deutsche Bund-Länder-Programm „Junges Wohnen“ mittel- und langfristig Abhilfe schaffen kann, belasten die hohen Mieten die Studierenden. Sie müssen 54 % ihrer Einnahmen für die Miete aufwenden – in der Gesamtbevölkerung sind es 25 %
- Die Psychische Belastung von Studierenden: 16 % der Studierenden in Deutschland haben eine gesundheitliche Beeinträchtigung; mehr als die Hälfte von ihnen haben eine psychische Erkrankung.
Anbuhl pocht in Rom mit Blick auf die deutsche Politik auf eine regelmäßige Erhöhung des BAföG, eine Verstetigung des Programms „Junges Wohnen“ mindestens bis zum Jahr 2030 sowie einen Ausbau der psychologischen Beratungsstellen der Studierendenwerke.
Die Konferenz online:
