Das Deutsche Studierendenwerk (DSW) sieht im heute veröffentlichten "MLP Studentenwohnreport 2026" einen Beleg für die Notwendigkeit, zusätzlichen, günstigen Wohnraum für Studierende zu schaffen. Das DSW fordert, die geplante Erhöhung der BAföG-Wohnkostenpauschale konsequent umzusetzen und den Ausbau von bezahlbarem studentischem Wohnraum dauerhaft und verlässlich zu fördern.
Die qualitätsbereinigten Mieten für studentisches Wohnen sind laut Report im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum im Durchschnitt um 2,6 Prozent gestiegen. Besonders stark verteuerten sich kleine Wohnungen unter 40 Quadratmetern mit 3,5 Prozent. Eine 30 Quadratmeter große Musterwohnung kostet an den 38 untersuchten Hochschulstandorten inzwischen durchschnittlich 567 Euro im Monat, ein Muster-WG-Zimmer 513 Euro. Die BAföG-Wohnkostenpauschale reicht auch nach ihrer geplanten Erhöhung zum kommenden Sommersemester 2027 auf dann 440 Euro nur in drei den untersuchten Städten für die berechnete Musterwohnung aus.
Matthias Anbuhl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks, kommentiert:
"Uns droht eine neue Form der sozialen Auslese. Nicht Talent und Interesse, entscheiden an welcher Hochschule man studiert, sondern die frage, ob die Miete in der Stadt überhaupt erschwinglich ist. So wird Bildungsgerechtigkeit de facto ausgehebelt. Zwei Drittel der studentischen Haushalte gelten inzwischen als überlastet durch die Wohnkosten. Wer studiert, muss im Durchschnitt mehr als die Hälfte seines verfügbaren Einkommens für das Wohnen aufbringen. Das ist eine enorme Belastung.
Besonders deutlich wird die Schieflage beim BAföG. Der durchschnittlichen WG-Miete von 513 Euro laut Studentenwohnreport steht eine BAföG-Wohnkostenpauschale von 380 Euro gegenüber. Selbst mit der in der 30. BAföG-Novelle vorgesehenen Erhöhung auf 440 Euro zum Sommersemester 2027 bleibt die Pauschale deutlich hinter den tatsächlichen Kosten zurück.
Die Novelle ist dringend notwendig. Aber gleichzeitig müssen wir das Angebot an studentischem Wohnraum erweitern. Der freie Wohnungsmarkt allein wird dieses Problem nicht lösen können. Wir brauchen deshalb neben einem auskömmlicheren BAföG dauerhaft mehr öffentlich geförderten studentischen Wohnraum.
Das Bund-Länder-Programm `Junges Wohnen´ kann hier zum Gamechanger werden. Die Verdoppelung der Bundes-Mittel ab 2027 ist ein erster Schritt um dafür Sorge zu tragen, eine notwendige Dekade des Bauens und Sanierens einzuleiten. Dafür muss das `Junge Wohnen´ dauerhaft verlässlich finanziert und von den Ländern kraftvoll umgesetzt werden."
Den Wohnkostenreport finden Sie unter: https://mlp-se.de/presse/studentenwohnreport/
