04.12.2025

Für den Erhalt der studentischen Mobilität: Stabile Preise, bezahlbare Tickets

Die 87. ordentliche Mitgliederversammlung des Deutschen Studierendenwerks (DSW) hat beschlossen:

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Die Nutzung des öffentlichen Personenverkehrs muss für Studierende bezahlbar bleiben. Dazu ist beim Deutschland-Ticket einer feste Preisobergrenze für Studierende notwendig. Die Verkehrsminister*innen des Bundes und der Länder müssen kommende Preiserhöhungen beim Deutschlandticket nicht an die Studierenden weitergeben, sondern die Tarifbestimmungen für das Deutschlandticket für Studierende entsprechend anpassen und den Studierendentarif vom regulären Preis des Deutschlandtickets entkoppeln.

Begründung:

Die Mehrheit der Studierenden nutzt öffentliche Verkehrsmittel für ihren Weg von und zur Hochschule. Busse und Bahnen gewährleisten die studentische Mobilität und sind ein unentbehrlicher Baustein, um zu studieren. Der öffentliche Bus- und Bahnverkehr ist keine Luxusdienstleistung, sondern Teil der Daseinsvorsorge; die Nutzung muss für alle bezahlbar bleiben.

Die Preise für den öffentlichen Personenverkehr steigen kontinuierlich an. Dieser Anstieg trifft Studierende besonders hart. Das ohnehin schon knappe Budget während des Studiums wird zusätzlich belastet. Entsprechende Erhöhungen der Einkommen oder Berücksichtigung der Fahrtkosten bei den staatlichen Unterstützungsleistungen (wie BAföG) gibt es hingegen nicht. Zwar hat sich die Inflation der letzten Jahre insgesamt abgeschwächt. Aber gerade bei Preisen von Waren und Dienstleistungen, für die Studierende einen großen Teil ihres oft geringen Einkommens aufwenden müssen (wie z.B. Wohnen), ist der Trend nach oben ungebrochen.

Ein Anstieg der Mobilitätskosten bei gleichzeitig hohen Mieten kann folgenschwere Auswirkungen haben: Wenn sowohl hochschulnahes Wohnen auf dem allgemeinen Wohnungsmarkt, als auch die Nutzung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs für Studierende (und somit das Pendeln zwischen Wohnung und Hochschulort) unerschwinglich werden, werden nicht mehr alle Studienorte für Studierende mit geringem Einkommen erreichbar sein. Studieninteressierte werden möglicherweise in der Wahl ihres Studiums eingeschränkt oder nehmen kein Studium mehr auf. Von Chancengleichheit im Bildungsbereich kann dann keine Rede mehr sein.

Für das vergünstigte Deutschland-Semesterticket, mit dessen Einführung im Sommersemester 2024 die studentische Mobilität gewährleistet wurde, stehen nun Preiserhöhungen an. Bei diesem Ticket handelt es sich um einen rabattierten Tarif für Studierende in Höhe von 60 Prozent des regulären Deutschlandticketpreises. Es kann nur genutzt werden, wenn sich die Hochschulen und Studierendenvertretungen mit den Verkehrsunternehmen auf die Einführung eines Deutschlandsemestertickets geeinigt haben. Es ist in diesem Fall für die gesamte Studierendenschaft einer Hochschule verpflichtend für sechs Monate abzunehmen, die Gesamtkosten werden mit dem Semesterbeitrag von den jeweiligen Hochschulen eingezogen. 

Ab 2026 soll der Preis für das Deutschlandticket laut Beschluss der Verkehrsminister*innen-Sonderkonferenz vom 18. September 2025[1] auf 63 Euro erhöht werden. Ab 2027 soll der Preis für das Deutschlandticket auf Grundlage eines noch zu entwickelnden Kostenindexes, unter besonderer Berücksichtigung von Energie- und Personalkosten, ermittelt werden.

Aufgrund der Koppelung des Studierendentarifs an die Preisentwicklung des regulären Deutschlandticketpreises erhöhte sich der Preis für Studierende in diesem Jahr bereits von 29,40 Euro auf 34,80 Euro monatlich (60 Prozent von 58 Euro). Er wird im Jahr 2026 für Studierende auf 37,80 Euro im Monat ansteigen. Dieses bedeutet 226,80 Euro, die dann für die gesamte Studierendenschaft einer Hochschule verpflichtend mit dem Semesterbeitrag fällig werden. Und es wird nicht die letzte Erhöhung sein, ab 2027 sind weitere Preissteigerungen von den Verkehrsminister*innen eingeplant.

Mit dem jetzigen Ticketpreis von 34,80 Euro monatlich ist die Belastungsgrenze für Studierende bereits überschritten. Die aktuellen Kosten des Deutschland-Semestertickets sind mit 208,80 Euro pro Semester, die mit der Einschreibung bzw. Rückmeldung zum Studium in einem Betrag zwingend zu zahlen sind, immens. Weitere Preissteigerungen sind angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten, allen voran den Mieten, für Studierende nicht mehr zu verkraften.

Die Kosten für das Deutschlandticket im Studierendentarif müssen deshalb vom regulären Ticketpreis entkoppelt und in Zukunft dauerhaft an der Lebensrealität und Einkommenssituation von Studierenden bemessen werden.


[1]https://www.verkehrsministerkonferenz.de/VMK/DE/termine/sitzungen/25-09-18-sonder-vmk/25-09-18-beschluesse.pdf?__blob=publicationFile&v=3 [Abruf 01.10.2025]