Beim Studierendenwerk Kaiserslautern steht mit dem Kochroboter „Kaiserslautern Artifical Intelligence“, kurz KAI, erstmals in der deutschen Hochschulgastronomie ein automatisiertes Küchensystem im Einsatz – ein Pilotprojekt, das in einer großen Praxis-Reportage im neuen DSW-Journal 2-3/2025 ausführlich vorgestellt wird.
Das Studierendenwerk Kaiserslautern reagiert mit dem System des Hamburger Start-ups goodBytz auf veränderte Rahmenbedingungen. „Pandemie und Energiekrise haben uns hart getroffen“, berichtet Marco Zimmer, Geschäftsführer des Studierendenwerks Karlsruhe. „Vorher haben wir bis zu 5.000 Essen pro Tag verkauft. Jetzt sind es durchschnittlich 3.000.“
Ohnehin hätten sich die Bedürfnisse der Studierenden verändert – sie essen später am Tag, flexibler und somit für das Studierendenwerk schwerer planbar. Zudem sei das Team der Hochschulgastronomie von 140 Mitarbeitenden auf 100 geschrumpft. Kochroboter KAI hilft dabei, auf diese geänderten Rahmenbedingungen zu reagieren.
Bis zu drei Gerichte täglich bereitet die Robotic Kitchen im Erdgeschoss der Mensa Erwin-Schrödinger-Straße auf Knopfdruck frisch zu. Das System vereint Kühllagerung, Kochen und Spülen in einem Gerät. Aktuell werden mit KAI etwa 80 Gerichte pro Tag zubereitet, technisch ist das System laut Hersteller aber in der Lage, bis zu 2.400 Mahlzeiten pro Tag zu kochen.
Obwohl die Maschine den gesamten Kochprozess beherrscht, bleibt der menschliche Faktor entscheidend: Weder würzt KAI, noch schmeckt er ab – das sind weiterhin Aufgaben des Koch-Teams vor Ort. Es füllt die Kartuschen mit den Zutaten für den Roboter kontinuierlich nach, betreut und wartet ihn. Die Küche funktioniert nur im Zusammenspiel mit geschultem Personal.
Die Finanzierung des Projekts wurde durch einen Zuschuss des Landes Rheinland-Pfalz in sechsstelliger Höhe ermöglicht. Der Mietvertrag mit dem Hersteller ist zunächst auf drei Jahre angelegt; die monatliche Gebühr orientiert sich dabei unter anderem an den verkauften Portionen. Ob sich der Kochroboter langfristig bewährt, soll sich im laufenden Betrieb zeigen.
Entscheidend für den Erfolg sind laut Geschäftsführer Marco Zimmer nicht nur Akzeptanz und Nutzung durch die Studierenden, sondern auch die Einbindung der Mensa-Mitarbeitenden. Der Roboter soll keine Stellen ersetzen, sondern den Betrieb unter zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen sichern. Sollte sich das Modell in der Mensa Erwin-Schrödinger-Straße bewähren, könnten weitere Standorte beim Studierendenwerk Kaiserslautern folgen.
Kochroboter KAI des Studierendenwerks Kaiserslautern auf den Seiten 38 bis 43:
https://www.studierendenwerke.de/beitrag/ich-kaempfe-um-jeden-euro
