Aus IBS und DSW
Neue Referentin für Sozialrecht
Die IBS freut sich über Verstärkung: Seit dem 1. April 2026 bereichert Frau Doan-Tonne die IBS als Referentin für Sozialrecht. In ihrer neuen Funktion unterstützt sie uns fachlich bei sozialrechtlichen Fragestellungen und bringt ihre Expertise in die Weiterentwicklung der Angebote ein. Neben der IBS unterstützt Frau Doan-Tonne auch die beiden anderen Servicestellen des DSW: Die Servicestelle Interkulturelle Kompetenz und die Servicestelle Familienfreundliches Studium.
Fachtagung 2025: Dokumentation online
Ab sofort finden Sie auf unserer Website in der Online-Bibliothek im Bereich „Veranstaltungsrückblicke“ die barrierefrei aufbereitete Dokumentation unserer Fachtagung „Hochschule unter Druck? Das Arbeitsfeld der Beauftragten und Berater*innen im Fokus“.
- Zur Online-Bibliothek: Fachtagungsdokumentation 2025
Für die Beratungspraxis
Eingliederungshilfe: Wunsch- und Wahlrecht bei Autismus
Das Verwaltungsgericht Cottbus hat am 26.03.2026 (VG 8 L 125/26 und VG 8 L 128/26) entschieden, dass ein Wechsel des Leistungserbringers in der ambulanten Eingliederungshilfe für Menschen mit Autismus im Einzelfall unzumutbar sein kann.
Im konkreten Fall sollte der bisherige Anbieter der Unterstützung gewechselt werden. Das Gericht stellte fest, dass dies nicht verlangt werden kann, wenn dadurch die Unterstützung beeinträchtigt wird.
In der Begründung wird hervorgehoben, dass stabile Beziehungen und verlässliche Strukturen für Menschen im Autismus-Spektrum eine zentrale Rolle spielen. Veränderungen können mit erheblichen Belastungen verbunden sein und den Erfolg der Hilfe gefährden.
Die Entscheidungen verdeutlichen, dass das Wunsch- und Wahlrecht nach § 35a SGB VIII immer im Einzelfall geprüft werden muss und die individuellen Bedarfe maßgeblich sind.
- Weitere Informationen finden Sie hier:
Digitale Barrierefreiheit in der Lehre: pragmatisch umsetzbar
Rund 16 % der Studierenden leben mit einer studienrelevanten Beeinträchtigung – häufig nicht sichtbar. Barrierearme Lehrformate haben daher eine wichtige präventive Funktion und ergänzen individuelle Nachteilsausgleiche.
Das Forschungsprojekt „Shuffle – Hochschulinitiative digitale Barrierefreiheit für Alle“ stellt hierfür praxisnahe Materialien und Tools bereit. Grundlage sind Befragungen von rund 700 Studierenden und 200 Lehrenden. Zentrale Elemente sind sogenannte Personas, die typische Bedarfslagen veranschaulichen und für Zugangsbarrieren sensibilisieren.
Die Plattform bietet konkrete Handlungshilfen zur barrierearmen Gestaltung von Lehrmaterialien, Moodle-Kursen und Prüfungen. Mit dem Tool „Melvin“ steht zudem eine niedrigschwellige Lösung für die Erstellung barrierearmer Lehrvideos (inkl. Untertitel und Transkript) zur Verfügung.
Für die Praxis zeigt sich: Oft genügen einfache Maßnahmen wie die frühzeitige Bereitstellung von Materialien, klare Strukturierung oder gute Audioqualität, um Teilhabe zu verbessern. Gleichzeitig besteht weiterhin Informationsbedarf bei Lehrenden.
- Weitere Informationen und Materialien finden Sie hier: Webseite des Shuffle-Projekts
Digitale Barrierefreiheit und KI: Potenziale und Grenzen
Ein Beitrag des Zentrums für Hochschuldidaktik und Qualitätsentwicklung (ZHQ) der Fachhochschule Aachen beleuchtet den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Kontext digitaler Barrierefreiheit. Genannt werden u. a. automatische Untertitelung, Bildbeschreibungen und Unterstützung bei der sprachlichen Vereinfachung.
Gleichzeitig bestehen weiterhin Einschränkungen hinsichtlich Qualität, Kontextabhängigkeit und Verlässlichkeit KI-generierter Inhalte. KI kann barrierefreie Gestaltung unterstützen, ersetzt diese jedoch nicht.
Für die Beratungspraxis bedeutet dies: KI-gestützte Tools können den Zugang zu Materialien erleichtern, erfordern jedoch eine kritische Einordnung und ggf. Nachbearbeitung.
- Weitere Informationen finden Sie hier: Können wir die Digitale Barrierefreiheit mittels KI fördern? – Lehren & Studieren gestalten
Generative KI: Kommentierte Linkliste
Der Blog „Digitales Lehren und Lernen in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (DL-WiSo)“ der Universität Hamburg stellt eine kommentierte Linkliste zu generativer Künstlicher Intelligenz zur Verfügung. Die Sammlung bündelt ausgewählte Materialien, darunter Einführungen, weiterführende Ressourcen sowie Beispiele für den Einsatz in Studium und Lehre.
Die einzelnen Beiträge werden kurz eingeordnet und greifen unterschiedliche Perspektiven auf, etwa zu Einsatzmöglichkeiten, didaktischen Fragestellungen und Rahmenbedingungen. Auch Bezüge zur digitalen Barrierefreiheit werden angesprochen, beispielsweise im Hinblick auf die Zugänglichkeit von Materialien, unterstützende Funktionen durch KI sowie bestehende Herausforderungen in der praktischen Anwendung.
Die Übersicht bietet eine strukturierte Orientierung für die Auseinandersetzung mit generativer KI im Hochschulkontext und kann Impulse für eine barriereärmere Gestaltung digitaler Lehr- und Lernangebote geben.
- Weitere Informationen finden Sie hier: Generative Künstliche Intelligenz: Kommentierte Link-Liste - Digitalisierung in der Lehre WiSo
Aus Hochschulen und Studierendenwerken
p.o.v.! – Universität partizipativ, offen, vielfältig
Wie können Hochschulen so gestaltet werden, dass sie für alle Studierenden zugänglich sind? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Projekt „p.o.v.! – Universität: partizipativ.offen.vielfältig!“ an der Leibniz Universität Hannover. Gefördert wird es vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur im Rahmen der Zukunftsdiskurse.
Ziel des Projekts ist es, den wissenschaftlichen Austausch zu Studienbedingungen für Studierende mit Behinderung und/oder chronischer Erkrankung zu öffnen – und zwar partizipativ und niedrigschwellig. Im Mittelpunkt stehen dabei die Perspektiven und Erfahrungen der Betroffenen selbst.
Statt klassischer Veranstaltungsformate nutzt p.o.v.! bewusst Instagram als Diskursraum. Unter @pov_universitaet werden Erfahrungen, Bedarfe und Barrieren im Studium sichtbar gemacht und zur Diskussion gestellt. So soll ein kontinuierlicher Austausch darüber entstehen, was gute Studienbedingungen aus Sicht der Studierenden ausmacht und welche Veränderungen Hochschulen dafür benötigen.
- Weitere Informationen finden Sie hier: Projekt p.o.v.! – Institut für Sonderpädagogik – Leibniz Universität Hannover
Gebärdentelefon für BAföG-Beratung
Die BAföG-Hotline ist auch in Gebärdensprache erreichbar: Über ein kostenfreies Gebärdentelefon können sich gehörlose und hörgeschädigte Personen per Videotelefon beraten lassen. Die Sprechzeiten sind montags bis donnerstags von 8:00 bis 18:00 Uhr sowie freitags von 8:00 bis 16:30 Uhr. Benötigt werden lediglich ein PC, Tablet oder Smartphone.
- Weitere Informationen finden Sie hier:
Aus Verbänden, Interessengemeinschaften und der Selbsthilfe
Paritätischer warnt vor Einschnitten im Sozialstaat
Der Paritätische Gesamtverband hat ein internes Arbeitspapier „Drohender Kahlschlag im Sozialen“ von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden ausgewertet und veröffentlicht. Darin werden zahlreiche Vorschläge zur Begrenzung sozialer Leistungen gebündelt.
Betroffen sind unter anderem die Eingliederungshilfe sowie Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe. Nach Einschätzung des Paritätischen würden die diskutierten Maßnahmen teilweise tief in bestehende Rechtsansprüche eingreifen und Unterstützungsleistungen für Menschen mit Behinderung deutlich einschränken.
Kritisch wird hervorgehoben, dass die Vorschläge vor allem unter fiskalischen Gesichtspunkten entwickelt wurden, während die sozialen Auswirkungen für die betroffenen Menschen nur unzureichend berücksichtigt würden.
Für den Kontext Studium und Beratung ist die Entwicklung insofern relevant, als Veränderungen in der Eingliederungshilfe unmittelbare Auswirkungen auf Unterstützungsleistungen und Teilhabemöglichkeiten von Studierenden mit Behinderung oder chronischer Erkrankung haben können.
- Weitere Informationen finden Sie hier: Paritätischer enthüllt internes Arbeitspapier: Drastische Kürzungspläne gefährden Leistungen für Menschen mit Behinderungen, Kinder und Familien - Der Paritätische - Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege
Petition gegen Kürzungen bei der Eingliederungshilfe
Der Paritätische Gesamtverband weist auf eine Petition gegen mögliche Kürzungen bei Leistungen zur Teilhabe hin. Hintergrund sind aktuelle Diskussionen über steigenden Kostendruck im Sozialbereich und mögliche Einsparungen bei der Eingliederungshilfe.
Initiiert wurde die Petition im Rahmen der Kampagne „Teilhabe ist Menschenrecht“, die unter anderem von der Bundesvereinigung Lebenshilfe getragen wird. Als Hauptpetentin hat sich Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Bundesministerin a.D., an den Deutschen Bundestag gewandt. Die Petition wurde am 14. April veröffentlicht.
Erreicht die Petition bis zum 25. Mai mindestens 30.000 Unterschriften, wird sich der Petitionsausschuss des Bundestages in einer öffentlichen Sitzung mit dem Anliegen befassen.
Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Unterstützung der Petition (Nr. 195716, „Keine Kürzungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung“) sind über die Kampagnenseite und die Petitionsplattform des Deutschen Bundestages abrufbar.
- Zur Petition: Petition 195716
Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung
Die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB®) wurde auf Grundlage von § 32 SGB IX eingeführt und ist inzwischen als bundesweites Beratungsangebot verstetigt. Ziel ist die Stärkung der Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen oder drohenden Behinderungen.
Kennzeichnend ist die Unabhängigkeit von Leistungsträgern und -erbringern. EUTB®-Angebote ergänzen bestehende Strukturen und unterstützen Ratsuchende bei der Orientierung im Rehabilitations- und Teilhabesystem.
Bundesweit stehen rund 500 Beratungsstellen zur Verfügung. Über den Beratungsatlas können passende Angebote nach Region und Themenfeld identifiziert werden.
Für Hochschulen ergibt sich eine wichtige Schnittstelle: Studierende können ergänzend zu hochschulinternen Angeboten unabhängige Beratung zu sozialrechtlichen Fragestellungen in Anspruch nehmen, insbesondere im Kontext von Leistungen zur Teilhabe.
- Weitere Informationen finden Sie hier: Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) | www.teilhabeberatung.de
Aus Bund und Ländern
KI-gestützte Plattform für barrierefreie Lehrmaterialien in Baden-Württemberg
Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) baut sein Zentrum für digitale Barrierefreiheit und Assistive Technologien (ACCESS@KIT) zu einem landesweiten Dienstleistungszentrum für sehbeeinträchtigte Studierende aus. Ziel ist die Entwicklung einer KI-gestützten Plattform zur automatisierten Aufbereitung von Lehrmaterialien. Das Vorhaben wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg mit 2,4 Millionen Euro gefördert.
Kern des Projekts ist die Plattform IncluDocs BW. Studierende können dort künftig Vorlesungsunterlagen wie Skripte oder Präsentationen hochladen und in barrierefreie Formate überführen lassen. Ergänzend ist vorgesehen, dass Assistenzkräfte die automatisierten Ergebnisse bei Bedarf prüfen und nachbearbeiten. Die technische Infrastruktur wird durch das Scientific Computing Center (SCC) des KIT bereitgestellt. Damit soll der Zugang für Studierende in ganz Baden-Württemberg ermöglicht werden. Die Verarbeitung der Materialien erfolgt unter Berücksichtigung der rechtlichen Vorgaben.
ACCESS@KIT berät seit vielen Jahren Studierende mit Sehbeeinträchtigungen und arbeitet an der Entwicklung assistiver Technologien. Der Ausbau des Zentrums ist Teil einer landesweiten Initiative zur Weiterentwicklung digitaler Barrierefreiheit im Studium.
- Weitere Informationen finden Sie hier: KI-Plattform für sehbeeinträchtigte Studierende
Aus Wissenschaft und Forschung
Disability Studies unter Druck: Stellungnahmen fordern Schutz kritischer Forschung
Mehrere Fachgesellschaften, Wissenschaftler*innen und zivilgesellschaftliche Akteur*innen warnen aktuell vor einer Gefährdung der Disability Studies in Deutschland. In einer Sammlung von Stellungnahmen und Pressemitteilungen wird deutlich, dass die interdisziplinäre Forschungsrichtung zunehmend unter politischen und institutionellen Druck gerät. Kritisiert werden insbesondere Versuche, kritische, emanzipatorische Perspektiven auf Behinderung zu delegitimieren oder aus wissenschaftlichen und hochschulpolitischen Kontexten zurückzudrängen. Die Disability Studies verstehen Behinderung nicht primär als individuelles Defizit, sondern als gesellschaftlich hervorgebrachte Kategorie und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Analyse von Exklusionsmechanismen und zur Weiterentwicklung inklusiver Strukturen.
Die unterzeichnenden Organisationen betonen die Bedeutung der Disability Studies für eine demokratische, vielfältige und reflexive Wissenschaftslandschaft. Sie fordern, die Forschungsfreiheit zu sichern, entsprechende Strukturen an Hochschulen zu stärken und kritische Perspektiven auf Behinderung langfristig institutionell zu verankern.
- Zur Übersicht der Stellungnahmen und weiteren Informationen: Stellungnahmen und Pressemitteilungen zur Bedrohung der Disability Studies in Deutschland und Österreich – Netzwerk Disability Studies
Psychische Gesundheit auf TikTok: Viele Inhalte nicht korrekt
Eine Forschungsgruppe der Universität Duisburg-Essen hat deutschsprachige TikTok-Videos zu psychischen Erkrankungen untersucht. Analysiert wurden jeweils 30 Videos zu sechs häufig genutzten Hashtags, darunter ADHS, Depression, Autismus, Angststörungen, Narzissmus und posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Die Auswertung zeigt deutliche Unterschiede in der inhaltlichen Qualität: 19,2 % der Videos wurden als korrekt bewertet, 33,3 % als falsch. Weitere Beiträge wurden als überverallgemeinernd (18,1 %) oder als persönliche Erfahrungsberichte (29,4 %) eingeordnet.
Zudem wurden Unterschiede je nach Urheber*innengruppe festgestellt: Inhalte von Fachpersonen, etwa aus dem medizinischen Bereich, wurden häufiger als korrekt bewertet als Beiträge von Laien oder Coaches.
Die Autor*innen weisen darauf hin, dass soziale Medien eine wichtige Rolle bei der Informationsvermittlung zu psychischer Gesundheit spielen, und sehen Ansatzpunkte für eine stärkere Beteiligung fachlicher Akteur*innen.
- Weitere Informationen finden Sie hier: Psychische Erkrankungen auf TikTok oft falsch dargestellt – News – Deutsches Ärzteblatt
Publikationen
Erasmus+: Zusatzförderung stärkt internationale Teilhabe
Die Nationale Agentur für Erasmus+ Hochschulzusammenarbeit im DAAD hat die Studie „Erasmus+ für alle ermöglichen: Die Wirkung der finanziellen Zusatzförderung im Fokus“ veröffentlicht. Im Fokus stehen Studierende mit sogenannten „geringeren Chancen“, also Studierende, die aufgrund struktureller Rahmenbedingungen erschwerte Zugänge zu internationaler Mobilität haben (z. B. Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung, mit Kindern, aus nicht-akademischen Elternhäusern oder mit Erwerbstätigkeit).
Die Ergebnisse basieren auf einer Befragung von rund 27.000 Erasmus+-Geförderten der Antragsrunden 2023 bis 2025, von denen sich etwa 7.000 beteiligten (Rücklaufquote: 26 %).
Für über 60 % der Befragten wäre ein Auslandsaufenthalt ohne die zusätzliche Förderung von monatlich 250 Euro finanziell nicht möglich gewesen. Zudem berichten viele Studierende, dass die Förderung dazu beigetragen hat, sich stärker auf das Studium zu konzentrieren und den Auslandsaufenthalt als persönlich und beruflich gewinnbringend zu erleben.
Mehr als 70 % der Befragten wurden durch Hochschulkoordinierende auf die Fördermöglichkeiten aufmerksam. Dies unterstreicht die zentrale Rolle persönlicher Beratung im Kontext internationaler Mobilität.
Erstmals wurden auch intersektionale Bedarfslagen sichtbar: 29 % der Studierenden gehören mehreren der definierten Zielgruppen an.
- Weitere Informationen und die Ergebnisse der Befragung finden Sie hier: Erasmus+ für alle ermöglichen: Die Wirkung der finanziellen Zusatzförderung im Fokus – Nationale Agentur für Erasmus+ Hochschulzusammenarbeit - DAAD
Aus den Medien
TransPiz Berlin: Versorgungslücke im Übergang schließen
Mit dem Projekt TransPiz Berlin reagiert der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg in Berlin auf eine strukturelle Lücke in der Hospizversorgung: den Übergang von der Kinder- und Jugendhospizarbeit in die Angebote für Erwachsene. Aufgrund medizinischer Fortschritte erreichen viele Menschen mit lebensverkürzenden Erkrankungen heute das junge Erwachsenenalter. Gleichzeitig endet die Begleitung durch Kinder- und Jugendhospizdienste in der Regel mit dem 27. Lebensjahr, ohne dass eine vergleichbare Anschlussversorgung besteht. Klassische Hospizangebote für Erwachsene setzen häufig erst in der letzten Lebensphase an und sind nicht auf langfristige Begleitung ausgerichtet. TransPiz Berlin richtet sich daher gezielt an junge Erwachsene mit lebensverkürzenden Erkrankungen sowie ihre Familien. Das Projekt baut eine ambulante hospizliche Begleitung auf, die frühzeitig einsetzt und über längere Krankheitsverläufe hinweg unterstützt. Neben psychosozialer Beratung und Begleitung umfasst das Angebot auch ehrenamtliche Unterstützung zur Stärkung von Teilhabe und zur Entlastung von Angehörigen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vernetzung mit bestehenden Versorgungsstrukturen, um Übergänge zwischen Kinder- und Erwachsenenhospizdiensten besser zu gestalten.
Für die Beratungspraxis kann das Angebot insbesondere dann relevant sein, wenn junge erwachsene Studierende oder deren Angehörige von lebensverkürzenden Erkrankungen betroffen sind und Unterstützungsbedarf im Übergang zwischen Versorgungsangeboten besteht.
- Weitere Informationen finden Sie hier: TransPiz Berlin | humanistisch.de
Mental-Health-Barometer 2025: Psychische Belastungen im Studium
Das Mental-Health-Barometer 2025 von Instahelp und Studo zeigt eine weiterhin hohe psychische Belastung von Studierenden: 56,7 % der Befragten bewerten ihre Verfassung als „weniger gut“ oder „schlecht“. Als zentrale Belastungsfaktoren werden insbesondere Leistungsdruck, hoher Arbeitsaufwand, finanzielle Unsicherheiten sowie externe Krisen benannt. Auffällig sind zudem geschlechtsspezifische Unterschiede zulasten weiblicher Studierender.
Die Ergebnisse wurden auch journalistisch aufgegriffen und in einen breiteren Kontext eingeordnet (u. a. bei WEB.DE). Dabei wird unter anderem auf den Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse von 2023 Bezug genommen, der vergleichbare Entwicklungen für junge Erwachsene aufzeigt.
Für Studium und Beratung verweisen die Befunde auf die Relevanz struktureller Rahmenbedingungen sowie den Bedarf an zugänglichen Unterstützungsangeboten.
- Weitere Informationen finden Sie hier:
Kinofilm: „Als wäre es leicht“
Kati ist gehörlos, Florian ist blind. Als sie sich im Dialoghaus Hamburg begegnen, entwickeln sie eine eigene Form der Verständigung – jenseits von Lautsprache und visuellen Eindrücken, getragen von Nähe und Vertrauen.
Der Kinofilm „Als wäre es leicht“ ist die erste deutsche Spielfilmproduktion, in der die Hauptrollen mit gehörlosen bzw. blinden Schauspieler*innen (Cindy Klink & David Knors) besetzt sind. Er zeigt eine Beziehung, die durch unterschiedliche Lebensrealitäten und gesellschaftliche Erwartungen herausgefordert wird und setzt damit ein Zeichen für authentische Repräsentation.
Alle Vorstellungen verfügen über Untertitel; die Audiodeskription ist über die GRETA-App zugänglich.
Für den Kontext Studium und Beratung bietet der Film einen Impuls, über Kommunikation, Barrieren und inklusive Praxis nachzudenken.
- Weitere Informationen zum Film finden Sie hier: Als wäre es leicht
Pharmaziestudium: Diskussion um Teilzeit im Praktischen Jahr
Eine Pharmaziestudentin aus Münster setzt sich für die Einführung von Teilzeitmöglichkeiten im Praktischen Jahr (PJ) ein. Hintergrund ist ihre eigene Situation: Nach der Diagnose Multiple Sklerose ist das derzeit nur in Vollzeit vorgesehene PJ für sie nicht mehr umsetzbar.
Im Unterschied zum Medizinstudium sind Teilzeitmodelle im Pharmaziestudium bislang rechtlich nicht vorgesehen. Eine Änderung der Approbationsordnung für Apotheker*innen wäre hierfür erforderlich. Das Bundesministerium für Gesundheit prüft derzeit entsprechende Anpassungen.
Für Studium und Beratung verweist der Fall auf strukturelle Herausforderungen bei verbindlichen Studienanteilen und die Bedeutung flexibler Rahmenbedingungen, insbesondere für Studierende mit chronischer Erkrankung oder familiären Verpflichtungen.
- Weitere Informationen finden Sie hier: Praktisches Jahr: Studierende mit MS kämpft für Teilzeit | APOTHEKE ADHOC
