Auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Studierendenwerks (DSW) haben die Studierendenwerke eine umfassende Reformagenda fürs BAföG erarbeitet. Darin fließen die Praxis-Erfahrungen der Studierendenwerke ein, die seit mehr als 50 Jahren im Auftrag von Bund und Ländern das Studierenden-BAföG umsetzen.
Im Einzelnen soll die Bundesregierung ihr Vorhaben laut Koalitionsvertrag, den BAföG-Satz für den Grundbedarf auf die Höhe der Grundsicherung anzuheben, schon zum Wintersemester 2026/27 umsetzen. Bedarfssätze und Freibeträge müssten dynamisiert, die Wohnkostenpauschale zügig auf das Niveau der Düsseldorfer Tabelle steigen und ebenfalls dynamisiert werden, fordern die Studierendenwerke.
Vehement plädieren die Studierendenwerke überdies für eine BAföG-Vereinfachung: So sollen zum Beispiel Daten, die bei einer Behörde bereits vorliegen – etwa Einkommensdaten der Finanzämter – nicht erneut durch die BAföG-Ämter abgefragt werden müssen.
Nach Beschluss der Studierendenwerke soll der Bewilligungszeitraum beim BAföG auf drei bis vier Semester ausdehnt werden, und die Leistungsnachweise nach dem vierten Fachsemester sollen entfallen.
Alle BAföG-Prozesse müssen, so die Studierendenwerke, konsequent und bundesweit einheitlich digitalisiert werden: Antrag, Akte, Bescheid und die elektronische Kommunikation mit den Studierenden.
Da mehr als die Hälfte der BAföG-Berechtigten keinen Antrag stellt, unterstützen die Studierendenwerke ausdrücklich die Planungen des Bundesforschungsministeriums, über einen KI-gestützten BAföG-Bot die erheblichen Informationsdefizite zum BAföG angehen zu wollen.
Die BAföG-Ämter der Studierendenwerke erfüllten eine hoheitliche Aufgabe, müssten aber für deren Umsetzung besser ausgestattet sein. Angesichts wachsender Anforderungen und des Fachkräftemangels müssen die Länder hier für eine angemessene Finanzierung sorgen, so die Forderung der Studierendenwerke.
BAföG-Reformagenda „Höher, schneller, einfacher – DSW-Vorschläge für eine BAföG-Reform“ zum Download:
www.studierendenwerke.de/beitrag/hoeher-einfacher-digitaler-dsw-vorschlaege-fuer-eine-bafoeg-reform
