12/04/2025

Höhere Länderzuschüsse für die Studierendenwerke

Mitgliederversammlung des Deutschen Studierendenwerks (DSW); Studierendenwerke: Länder müssen Zuschüsse/Finanzhilfen erhöhen, um Inflation und Preissteigerungen abzufedern; Ohne mehr Landesmittel drohen höhere Mensapreise, Mieten und Sozialbeiträge, alles zulasten der Studierenden; Zusätzliche Mittel für die psychosoziale Beratung gefordert

 

/fileadmin

Die 57 im Deutschen Studierendenwerk (DSW) organisierten Studierendenwerke fordern die Bundesländer auf, ihre Zuschüsse an die Studierendenwerke zu erhöhen. Ziel ist es, die Folgen von Inflation und Preissteigerungen abzufedern, damit die Studierendenwerke diese nicht über höhere Preise und höhere Semesterbeiträge auf die Studierenden abwälzen müssen. 

Die Delegierten der 57 Studierendenwerke verabschiedeten dazu auf ihrer 87. ordentlichen Mitgliederversammlung am 3. Dezember 2025 in Berlin den Beschluss „Studierendenwerke stärken, Studierende fördern, Chancengleichheit realisieren“.

Darin heißt es: 

„Die Studierendenwerke ermöglichen mit ihren Leistungen Bildung, Teilhabe und Chancengleichheit. Sie sind das soziale Fundament des deutschen Hochschulsystems. Dieses Fundament droht zu bröckeln, wenn die Länder ihre Studierendenwerke nicht endlich finanziell stärker unterstützen.“

Anders als bei den Hochschulen machen die staatlichen Zuschüsse der Länder nur einen kleineren Teil des Budgets der Studierendenwerke aus. Den wesentlichen Anteil tragen die Studierenden selbst – über Umsatzerlöse insbesondere in Mensen und Cafeterien, über Mieteinnahmen in Studierendenwohnheimen sowie über ihre Sozial- bzw. Studierendenwerksbeiträge. Die staatlichen Zuwendungen hingegen sind trotz gestiegener und weiter steigender Kosten in den letzten Jahren nominal kaum erhöht worden.

Je geringer die staatliche Unterstützung der Länder im Verhältnis ausfällt, desto stärker sind die Studierendenwerke gezwungen, ihre Angebote über höhere Preise in der Mensaverpflegung, steigende Wohnheim-Mieten und höhere Beiträge zu finanzieren. Das geht zulasten der Studierenden, deren finanzielle Lage bereits angespannt ist. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts haben 50 Prozent der Studierenden weniger als 930 Euro im Monat zur Verfügung und leben unter prekären Verhältnissen. Zusätzliche Belastungen könnten diese Situation weiter verschärfen.

DSW-Präsidentin Prof. Dr. Beate A. Schücking erklärt:

„Ohne zusätzliche Unterstützung durch die Länder drohen die Chancengleichheit ebenso wie die gesetzliche Grundversorgungsaufgabe der Studierendenwerke konterkariert zu werden. Mehr staatliche Finanzierung durch Zuschüsse oder Finanzhilfen zum laufenden Betrieb sind unabdingbar, um ein flächendeckendes Angebot an allen Hochschulstandorten zu sozial vertretbaren Preisen sicherzustellen.“

Ein weiterer Schwerpunkt des Beschlusses ist die psychosoziale Beratung: Die Studierendenwerke fordern mehr Mittel der Länder zum Erhalt und Ausbau sowie zur Qualitätssicherung dieser Beratung, die von den Studierenden weiterhin sehr stark nachgefragt werde.

Der Beschluss „Studierendenwerke stärken, Studierenden fördern, Chancen-gleichheit realisieren“ zum Download:

www.studierendenwerke.de/beitrag/studierendenwerke-staerken-studierende-foerdern-chancengleichheit-realisieren-2