Aus IBS und DSW
DSW: Wir stehen für Chancengleichheit, Offenheit und Inklusion
Nach dem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt hat das Deutsche Studierendenwerk (DSW) seine Haltung bekräftigt. Matthias Anbuhl, Vorstandsvorsitzender des DSW, erklärte: „Das Land Sachsen-Anhalt braucht eine demokratische Regierung, die für eine unabhängige Justiz, freie Medien, Wissenschaftsfreiheit, Minderheitenschutz und Interessensausgleich steht.“ Das DSW setzt sich gemeinsam mit den Studierendenwerken für Chancengleichheit, Offenheit und Inklusion ein. Die Studierendenwerke stehen für eine demokratische und vielfältige Gesellschaft. Ausgrenzung, Rassismus und Menschenfeindlichkeit haben dort keinen Platz. Alle Studierenden sollen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer sozialen Lage, einer Behinderung oder chronischen Erkrankung gleichberechtigte Chancen auf Bildung und gesellschaftliche Teilhabe haben. Das DSW setzt sich gemeinsam mit den Studierendenwerken bundesweit für diese Werte ein.
- Die Pressemitteilung ist auf der Website des Deutschen Studierendenwerks veröffentlicht: Presse-Statement des DSWs zum Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt
Für die Beratungspraxis
RP Reha – Recht und Praxis der Rehabilitation
Die Ausgabe 2/2026 der Zeitschrift „Recht und Praxis der Rehabilitation“ (RP Reha) widmet sich dem Schwerpunktthema „Zugang zum Arbeitsmarkt durch inklusive Hochschulen“. Im Folgenden stellen wir drei Beiträge aus der Ausgabe vor.
Wir danken den Herausgeber*innen der RP Reha und dem Universitätsverlag Halle-Wittenberg herzlich für die freundliche Erlaubnis, die Beiträge für unsere Leser*innen kostenfrei als PDF zur Verfügung zu stellen.
Einzelhefte, Einzelbeiträge und Abonnements der RP Reha können direkt über den Universitätsverlag Halle-Wittenberg bezogen werden.
- Weitere Informationen zur Ausgabe 2/2026 und Bezugsmöglichkeiten: RP Reha | Ausgabe 2/2026 - RP Reha | Recht und Praxis der Rehabilitation - Universitätsverlag Halle-Wittenberg
RP Reha 2/2026: Kommentar zur Empfehlung der HRK „Nachteilsausgleich in einer Hochschule für Alle“
Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat mit ihrer Empfehlung „Nachteilsausgleich in einer Hochschule für Alle“ Hinweise für die Gestaltung von Nachteilsausgleichen in Studium und Prüfungen vorgelegt. Thematisiert werden unter anderem transparente Antragsverfahren, flexible Nachweise, längere Bewilligungszeiträume sowie die Einbindung von Beauftragten und Beratungsstellen.
Prof. Dr. Olaf Muthorst kommentiert die Empfehlung und ordnet zentrale Aussagen rechtlich ein. Er betont, dass Nachteilsausgleiche der Teilhabe und Chancengleichheit dienen und Hochschulen sowohl für den Abbau von Barrieren als auch für die Gewährung von Nachteilsausgleichen Verantwortung tragen. Besonders hebt er einfache und transparente Verfahren hervor, die nicht selbst neue Barrieren für Studierende schaffen.
- Zum Beitrag und Kommentar von Prof. Olaf Muthorst: „Nachteilsausgleich in einer Hochschule für Alle“
RP Reha 2/2026: Hochschule der Vielfalt und die Bedeutung des Studierendenwerks Berlin
Prof. Dr. Dörte Busch befasst sich in ihrem Beitrag „Die Hochschule der Vielfalt nach § 5b Berliner Hochschulgesetz und die Bedeutung des Studierendenwerks Berlin“ mit den rechtlichen Rahmenbedingungen für Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion an den Berliner Hochschulen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Belangen von Studienbewerber*innen und Studierenden mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen. Der Beitrag zeigt außerdem die besondere Rolle des Studierendenwerks Berlin auf. Dort sind hochschulbezogene Inklusionsleistungen für Studierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen institutionell gebündelt. Das Studierendenwerk bildet damit eine zentrale Schnittstelle zwischen Hochschulrecht sowie Rehabilitations- und Teilhaberecht.
- Zum Beitrag von Dörte Busch: „Die Hochschule der Vielfalt nach § 5b Berliner Hochschulgesetz und die Bedeutung des Studierendenwerks Berlin“
RP Reha 2/2026: Fokusplan Inklusion der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Lea Raak und Eddi Steinfeldt-Mehrtens stellen in ihrem Beitrag „Partizipativ verankert – der Fokusplan Inklusion der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel“ den zweiten Aktionsplan der Universität zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vor. Der Fokusplan wurde auf Grundlage einer Evaluation des ersten Aktionsplans sowie einer Potenzial- und Lückenanalyse entwickelt. Zu seinen Handlungsfeldern gehören unter anderem digitale und bauliche Barrierefreiheit, barrierefreies Studium und inklusive Lehre, inklusive Forschung sowie eine inklusive Universitätskultur. Der Beitrag gibt Einblicke in den partizipativen Entwicklungsprozess und benennt zentrale Erfolgsfaktoren für die Umsetzung: den Rückhalt der Hochschulleitung, klare Verantwortlichkeiten, die frühzeitige Beteiligung relevanter Akteur*innen und die Verankerung von Inklusion als Querschnittsthema in bestehenden Hochschulstrukturen.
- Zum Beitrag von Lea Raak und Eddi Steinfeldt-Mehrtens: „Partizipativ verankert – der Fokusplan Inklusion der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel“
DZHW: Impulse für eine inklusive Hochschullehre
Die vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) herausgegebene Broschüre „Chancen schaffen, Vielfalt fördern: Studierende mit Beeinträchtigung im Blick. Impulse für eine inklusive Hochschullehre“ bündelt aktuelle Befunde zu Barrieren und Unterstützungsbedarfen von Studierenden mit Beeinträchtigungen. Sie zeigt unter anderem, warum Nachteilsausgleiche trotz ihres Nutzens häufig nicht beantragt werden. Gründe sind fehlende Informationen, Unsicherheit über den eigenen Anspruch oder die Sorge vor einer Bevorzugung. Für die Beratungspraxis bietet die Publikation Anhaltspunkte, um Beratungsbedarfe frühzeitig zu erkennen und Studierende gezielt über Nachteilsausgleiche und weitere Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren. Ergänzend enthält sie Impulse für eine inklusivere Gestaltung von Lehre und Prüfungen. Die Broschüre ist im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) geförderten Projekts EQUAL-NET entstanden. Autor*innen sind Charlotte Bröder (Freie Universität Berlin), Ulrike Schwabe (Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung), Jannis Burkhard (Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation) sowie Benjamin Gröschl und Romy Hoche (Ludwig-Maximilians-Universität München). Die Publikation steht kostenfrei zum Download zur Verfügung.
- Weitere Informationen und Download: Chancen schaffen, Vielfalt fördern: Studierende mit Beeinträchtigung im Blick. Impulse für eine inklusive Hochschullehre
BFIT-Bund: Textbausteine zur Barrierefreiheit in einem Ausschreibungs- und Vergabeverfahren für den Kauf von Standardsoftware ohne Customizing
Die Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik (BFIT-Bund) hat den zweiten Teil ihrer Reihe „Vorlagen und Beispiele für das Ausschreibungs- und Vergabeverfahren von Desktop- und Web-Anwendungen“ veröffentlicht. Die neue Handreichung unterstützt bei der Beschaffung von Standardsoftware ohne Customizing, etwa Desktop-, Web- oder mobilen Anwendungen. Sie enthält Textbausteine, Vorlagen und konkrete Beispiele, mit denen Anforderungen an die Barrierefreiheit bereits in Ausschreibungs- und Vergabeunterlagen berücksichtigt werden können. Damit bietet die Handreichung eine praktische Hilfestellung, um Barrierefreiheit frühzeitig und verbindlich in IT-Beschaffungsprozessen zu verankern.
- Zur neuen Handreichung: Kauf von Standard-Software ohne Customizing
Tamly – Dein digitaler Weg zur Therapie
Die gemeinnützige und kostenlose App Tamly unterstützt Menschen bei der Suche nach einem kassenärztlichen Therapieplatz. Sie ist derzeit in Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Sachsen und Sachsen-Anhalt verfügbar. Tamly informiert übersichtlich über Therapeut*innen, unter anderem über Adressen, Therapieformen, Telefonnummern und Telefonsprechzeiten. Auch Angaben zu weiteren Kontaktmöglichkeiten, Fremdsprachen und bestimmten Leistungen werden angezeigt. Nutzer*innen können Therapeut*innen in einer Merkliste speichern. Die App benachrichtigt sie, sobald eine gespeicherte Praxis telefonisch erreichbar ist. So können sie gezielt ein Erstgespräch vereinbaren. Außerdem bietet Tamly die Möglichkeit, Kontakte und Notizen zu verwalten. Eine E-Mail-Vorlage erleichtert die Kontaktaufnahme außerhalb der Telefonsprechzeiten. Die App wurde vom gemeinnützigen Verein Ophelia e. V. entwickelt.
- Weitere Informationen zu Tamly: Tamly — Dein digitaler Weg zur Therapie
Aus Hochschulen und Studierendenwerken
Psychische Erkrankungen im Studium besser verstehen: Serious Game „Beyond the Chalkboard“ macht Barrieren sichtbar
Das Serious Game „Beyond the Chalkboard“ der Technischen Hochschule Köln ermöglicht einen spielerischen Einblick in den Studienalltag einer psychisch erkrankten Person. Die Spielenden schlüpfen in die Rolle der genderneutralen Figur Sam und erleben Situationen aus dem Hochschul- und Wohnheimalltag. Im Mittelpunkt stehen nicht nur individuelle Belastungen wie Ängste, depressive Gefühle und Konzentrationsschwierigkeiten, sondern auch strukturelle Barrieren: starre Studienbedingungen, hohe Leistungsanforderungen, Gruppenarbeiten, unflexible Abläufe und wenig verständnisvolle Reaktionen anderer Personen. Das Ziel des Spiels ist nicht, eine psychische Erkrankung vollständig abzubilden oder eine Person „zu retten“. Vielmehr soll es dazu anregen, Barrieren im Hochschulsystem wahrzunehmen und Handlungsmöglichkeiten für eine inklusivere Lehr- und Lernkultur zu entwickeln. Das Spiel wurde gemeinsam mit Studierenden und Mitarbeitenden der TH Köln entwickelt und mit betroffenen Studierenden erprobt.
- Weitere Informationen: TH Köln: Beyond the Chalkboard
Aus Verbänden, Interessengemeinschaften und der Selbsthilfe
Gerhard Weber erhält Roland Wagner Award für sein Lebenswerk
Prof. Dr. Gerhard Weber von der Technischen Universität Dresden erhält den Roland Wagner Award 2026. Die Österreichische Computer Gesellschaft (OCG) würdigt damit sein Lebenswerk und seinen jahrzehntelangen Einsatz für digitale Barrierefreiheit. Besonders im Mittelpunkt stehen seine Beiträge zur Mensch-Computer-Interaktion für blinde und sehbehinderte Menschen. Weber verbindet Forschung mit praktischer Erfahrung. In den 1980er-Jahren unterrichtete er an einer Blindenschule in Philadelphia. Die dort gewonnenen Einblicke prägten seine wissenschaftliche Arbeit. Seitdem entwickelte und erforschte er unter anderem taktile Displays, Braille-Grafiken, adaptive Benutzeroberflächen und audio-haptische Karten. Mit mehr als 200 Veröffentlichungen hat Weber die Forschung zur digitalen Barrierefreiheit wesentlich geprägt. Seine Arbeit erleichtert blinden und sehbehinderten Menschen den Zugang zu Informationen und digitalen Angeboten. Auch über seine Forschung hinaus setzt sich Weber für Teilhabe ein. Seit 2007 leitet er ein universitäres Servicezentrum für Studierende mit Behinderungen. Zudem hat er zahlreiche Nachwuchswissenschaftler*innen begleitet. Viele von ihnen arbeiten heute in leitenden Positionen in Wissenschaft und Industrie. Der mit 3.000 Euro dotierte Roland Wagner Award wird seit 2001 alle zwei Jahre verliehen. Er zeichnet Personen und Institutionen aus, die sich in besonderer Weise für Informations- und Kommunikationstechnologien für Menschen mit Behinderungen einsetzen.
- Weitere Informationen zur Auszeichnung: Gerhard Weber erhält Roland Wagner Award für sein Lebenswerk | OCG
Stellungnahme aus Baden-Württemberg zu den HRK-Empfehlungen zum Nachteilsausgleich
Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat im November 2025 Empfehlungen zum Nachteilsausgleich an einer „Hochschule für Alle“ veröffentlicht. Eine gemeinsame Stellungnahme des Berufsverbands für Studien- und Laufbahnberatung, Orientierung und Information an Hochschulen in Baden-Württemberg e. V. und des Netzwerks der Beauftragten und Beratenden von Studierenden mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten in Baden-Württemberg greift diese Empfehlungen auf. Die Verfasser*innen begrüßen die HRK-Empfehlungen und unterstützen insbesondere die Forderung nach transparenten und alltagstauglichen Verfahren. Sie regen die Hochschulen in Baden-Württemberg dazu an, bestehende Abläufe zu prüfen und weiterzuentwickeln. Aus ihrer Sicht sind klare Zuständigkeiten, verständliche Informationen und geregelte Antragsverfahren wichtige Voraussetzungen für gerechte Entscheidungen. Zugleich betonen sie, dass Nachteilsausgleiche immer die individuellen Bedarfe der Studierenden berücksichtigen müssen. Standardisierte Abläufe dürfen die notwendige Einzelfallprüfung nicht ersetzen. Auch die Expertise der Beauftragten und spezialisierten Beratungsstellen sollte stärker in die Verfahren einbezogen werden.
- Weitere Informationen und die Stellungnahme: Berufsverband für Studienberatung
RheumaPreis 2026: Berufliche Teilhabe kann gelingen
Der RheumaPreis 2026 zeichnet Vanessa Wegner und Martin Abramowski gemeinsam mit ihren Arbeitgebern aus. Beide zeigen, wie berufliche Teilhabe auch mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung gelingen kann. Vanessa Wegner arbeitet bei der Staatsanwaltschaft Lüneburg. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch, ein Stehstuhl, ein Laufband und Homeoffice bei Arztterminen unterstützen sie im Arbeitsalltag. Martin Abramowski ist bei Zukunftsfähiges Thüringen e. V. beschäftigt. Nach einer schweren Erkrankung konnte er mit einer Wiedereingliederung und flexiblen Arbeitsbedingungen an seinen Arbeitsplatz zurückkehren. Die Beispiele zeigen: Offenheit, gegenseitiges Vertrauen und praktische Lösungen können dazu beitragen, Beschäftigung langfristig zu sichern.
- Weitere Informationen: RheumaPreis 2026
Aus Bund und Ländern
Situation des schwerbehinderten Personals an bayerischen Hochschulen
Das Bayerische Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung (IHF) hat eine Studie zur Situation des schwerbehinderten Personals an bayerischen Hochschulen veröffentlicht. Die Untersuchung geht der Frage nach, warum die gesetzliche Beschäftigungsquote schwerbehinderter Menschen an Hochschulen bislang nicht erreicht wird. Die Ergebnisse zeigen, dass verschiedene strukturelle, institutionelle und kulturelle Bedingungen zusammenwirken. Um Chancengleichheit zu stärken und die Hochschulen als inklusive Arbeitgeber weiterzuentwickeln, sind daher Maßnahmen auf mehreren Ebenen erforderlich.
- Weitere Informationen und Download: Situation des schwerbehinderten Personals an bayerischen Hochschulen
Forschungsauftrag des BMAS: „Arbeitskräftepotenziale durch Digitalisierung und KI inklusiv nutzen“
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) schreibt einen Forschungsauftrag aus. Untersucht werden soll, wie Digitalisierung und künstliche Intelligenz dazu beitragen können, Arbeitskräftepotenziale inklusiv zu nutzen.
- Weitere Informationen und die Ausschreibungsunterlagen: Forschungsauftrag zu vergeben: „Arbeitskräftepotenziale durch Digitalisierung und KI inklusiv nutzen“
Publikationen
Auf dem Weg zur digitalen Barrierefreiheit in Hochschulen
Das Hochschulforum Digitalisierung hat im Juni 2026 eine Abschlussveröffentlichung der Arbeitsgruppe „Digital Accessibility“ vorgelegt. Die Arbeitsgruppe hat sich über vier Jahre mit digitaler Barrierefreiheit unter dem Leitgedanken „Hochschule für alle“ beschäftigt. Das Abschlussmagazin bündelt Erfahrungen, Beiträge und Erkenntnisse aus der Arbeit und formuliert Erwartungen für die weitere Entwicklung digitaler Barrierefreiheit an Hochschulen. Digitale Barrierefreiheit betrifft zentrale Bereiche des Studiums – unter anderem Lernplattformen, Lehrmaterialien, Prüfungen, digitale Verwaltungsangebote und audiovisuelle Inhalte. Die Veröffentlichung ist deshalb unmittelbar für Studierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen sowie für Lehrende, Hochschulverwaltungen, Beauftragte und Beratungsstellen relevant.
Die Publikation eignet sich als bundesweit relevanter Überblick über den Stand der Debatte und als Ergänzung zu bestehenden Leitfäden. Für die Beratung bietet sie Anknüpfungspunkte für Gespräche darüber, dass Barrierefreiheit nicht erst im Einzelfall über einen Nachteilsausgleich hergestellt werden sollte, sondern möglichst bereits bei der Gestaltung digitaler Angebote mitzudenken ist.
- Zum Abschlussmagazin: Auf dem Weg zur digitalen Barrierefreiheit in Hochschulen
Aktion Mensch: Digitale Teilhabe und Künstliche Intelligenz Erfahrungen, Einstellungen und Erwartungen von Menschen mit Beeinträchtigung
Aktion Mensch hat im Sommer 2026 eine Studie zu digitaler Teilhabe und Künstlicher Intelligenz veröffentlicht. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungen, Einstellungen und Erwartungen von Menschen mit Beeinträchtigung – und die Frage, wie KI Teilhabe unterstützen kann, ohne neue Barrieren zu schaffen. Für Studium und Beratungspraxis ist besonders wichtig: KI kann beim Abbau von Hürden helfen, braucht dafür aber barrierefreie, transparente und diskriminierungsarme Gestaltung.
- Link zur Studie: Digitale Teilhabe und Künstliche Intelligenz
Demokratisch und handlungssicher. Zum Umgang mit dem Neutralitätsgebot in Kommunen und Verwaltung
Eine neue Handreichung des Bundesverbands Mobile Beratung e. V. befasst sich mit dem Neutralitätsgebot in Kommunen und Verwaltungen. Sie zeigt: Neutralität bedeutet Unparteilichkeit, aber nicht Gleichgültigkeit gegenüber Diskriminierung, Menschenfeindlichkeit und Angriffen auf die Demokratie. Anhand verschiedener Fallbeispiele erläutert die Publikation, wie Beschäftigte rechtssicher und zugleich handlungsorientiert reagieren können. Thematisiert werden unter anderem der Umgang mit rechtsextremen Versammlungen, diskriminierenden Äußerungen, rechtswidrigen Weisungen und Angriffen auf zivilgesellschaftliche Organisationen. Die Handreichung richtet sich in erster Linie an Beschäftigte in Kommunen und Verwaltungen sowie an Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe. Auch für Hochschulmitarbeitende und Beschäftigte in Studierendenwerken können die Hinweise hilfreich sein. Sie geben Anregungen für den Umgang mit menschenfeindlichen Positionen und für das Verhältnis von politischer Neutralität, Menschenwürde und demokratischen Grundwerten.
- Link zu weiteren Informationen und zur Handreichung: Demokratisch & Handlungssicher. Zum Umgang mit dem Neutralitätsgebot in Kommunen und Verwaltung | Bundesverband Mobile Beratung
Termine
Unterstützungsleistungen beim Hochschulbesuch für Menschen mit Behinderungen – Online-Veranstaltung von iXNet
Das inklusive Expert*innen-Netzwerk iXNet informiert über Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen vor und während eines Hochschulstudiums. Im Mittelpunkt stehen organisatorische, finanzielle und rechtliche Fragen. Thematisiert werden unter anderem erforderliche Anträge sowie Beratungsmöglichkeiten zu Barrierefreiheit und Nachteilsausgleichen. Im Anschluss an den Fachvortrag besteht die Möglichkeit, individuelle Fragen zu stellen und sich auszutauschen.
Datum und Uhrzeit: 29.09.2026, 13:30–14:30 Uhr
Ort: Online über Microsoft Teams
Zielgruppe: Studieninteressierte und Studierende mit Behinderungen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen, Beratungsfachkräfte sowie weitere Interessierte
- Weitere Informationen und Anmeldung: Unterstützungsleistungen beim Hochschulbesuch für Menschen mit Behinderungen
Rechtsfragen der inklusiven Hochschule – Online-Vortrag der KCS
Die Koordinierungsstelle Chancengleichheit Sachsen (KCS) lädt zu einem Online-Vortrag über rechtliche Fragen der inklusiven Hochschule ein. Der Vortrag basiert auf dem Promotionsprojekt von Jana Hövelmann. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche rechtlichen Instrumente die Inklusion im Studium fördern können – von der Bewerbung um einen Studienplatz bis zum Studienabschluss. Jana Hövelmann gibt einen Überblick über die geltenden Regelungen zu Barrierefreiheit und angemessenen Vorkehrungen. Außerdem geht sie darauf ein, wie Diskriminierungsrisiken für Studierende mit Behinderungen verringert werden können. Abschließend stellt sie mögliche rechtliche Weiterentwicklungen vor.
Datum und Uhrzeit: 02.10.2026, 09:30–10:45 Uhr
Ort: Online
Zielgruppe: Interessierte an rechtlichen Fragen der inklusiven Hochschule
Anmeldung: erforderlich über das Anmeldeformular
- Weitere Informationen: Rechtsfragen der inklusiven Hochschule
Arbeiten und Leben mit psychischen Behinderungen – Online-Veranstaltung von iXNet
Das inklusive Expert*innen-Netzwerk iXNet lädt zu einer Online-Veranstaltung rund um Arbeit, Alltag und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen ein. Gemeinsam mit Mitgliedern des Vereins Münchner Psychiatrie-Erfahrene e. V. (MüPE) werden Fragen zur beruflichen Teilhabe und zu einem selbstbestimmten Leben mit psychischen Beeinträchtigungen thematisiert. Die Veranstaltung bietet praxisnahe Einblicke und Gelegenheit für Fragen und den Austausch mit den Referentinnen.
Datum und Uhrzeit: 14.10.2026, 16:30–18:00 Uhr
Ort: Online über Microsoft Teams
Zielgruppe: Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen sowie weitere Interessierte
- Weitere Informationen und Anmeldung: Arbeiten und Leben mit psychischen Behinderungen
Berufliche Perspektiven für hochqualifizierte Fachkräfte mit Behinderungen – Online-Veranstaltung von iXNet und der ManpowerGroup
Das inklusive Expert*innen-Netzwerk iXNet lädt gemeinsam mit der ManpowerGroup zu einer Online-Veranstaltung über berufliche Perspektiven für hochqualifizierte Fachkräfte mit Behinderungen ein. Sonja Wüste stellt die besonderen Dienstleistungen der ManpowerGroup vor. Im Mittelpunkt stehen berufliche Einstiegsmöglichkeiten, individuelle Unterstützung im Vermittlungsprozess und die Inklusionspolitik des Unternehmens. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an arbeitssuchende und beschäftigte Akademiker*innen mit Behinderungen. Auch Arbeitgeber, Personalverantwortliche, Schwerbehindertenvertretungen und weitere Interessierte sind eingeladen.
Datum und Uhrzeit: 28.10.2026, 13:30–14:30 Uhr
Ort: Online über Microsoft Teams
Zielgruppe: arbeitssuchende und beschäftigte Akademiker*innen mit Behinderungen, Arbeitgeber, Personalverantwortliche, Schwerbehindertenvertretungen sowie weitere Interessierte
- Weitere Informationen und Anmeldung: Berufliche Perspektiven für Fachkräfte mit Behinderungen mit der ManpowerGroup
Hybrid-Veranstaltung: Empowerment! Zwischen Zuschreibung und Selbstbild – Othering im Kulturbetrieb
Die Servicestelle Inklusion im Kulturbereich veranstaltet in Kooperation mit dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden am 3. November 2026 eine Veranstaltung zum Thema Othering im Kulturbetrieb. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungen mit Othering und Zuschreibungen sowie Handlungsspielräume und Selbstbestimmung. Ein Impulsvortrag von Bertolt Meyer (TU Chemnitz) eröffnet den gemeinsamen Austausch über Möglichkeiten, den Kulturbetrieb inklusiver zu gestalten. Die Veranstaltung richtet sich ausschließlich an Künstler*innen und Kulturakteur*innen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung. Sie ist offen für Studierende künstlerischer Hochschulen oder Studiengänge sowie für angestellte und freischaffende Künstler*innen und Kulturakteur*innen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung.
Datum und Uhrzeit: 03.11.2026, 11:00–14:00 Uhr
Ort: Deutsches Hygiene-Museum Dresden und online via Zoom
Zielgruppe: Künstler*innen und Kulturakteur*innen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung sowie Studierende künstlerischer Hochschulen oder Studiengänge
Referent: Bertolt Meyer (TU Chemnitz)
- Weitere Informationen und Anmeldung: Zwischen Zuschreibung und Selbstbild – Othering im Kulturbetrieb – Servicestelle Inklusion im Kulturbereich
Tipps zur Stellensuche und Bewerbung mit Behinderungen – Online-Veranstaltung von iXNet
Das inklusive Expert*innen-Netzwerk iXNet lädt zu einer Online-Veranstaltung rund um die Stellensuche und Bewerbung von Akademiker*innen mit Behinderungen ein. Andreas Brüning und Abdel Hafid Sarkissian informieren über wichtige Aspekte des beruflichen Einstiegs und der beruflichen Entwicklung. Die Veranstaltung bietet Gelegenheit, sich über die Stellensuche und das Bewerbungsverfahren zu informieren sowie eigene Fragen einzubringen und sich mit anderen Teilnehmenden auszutauschen.
Datum und Uhrzeit: 04.11.2026, 13:00–14:30 Uhr
Ort: Online über Microsoft Teams
Zielgruppe: arbeitssuchende Akademiker*innen mit Behinderungen
- Weitere Informationen und Anmeldung: Tipps und Hinweise zur Stellensuche und Bewerbung
Online-Vortrag: Autismus in Ausbildung, Studium und Beruf – Teilhabe durch technische Lösungen stärken
Am 6. November 2026 findet ein Online-Vortrag zu technischen Unterstützungsmöglichkeiten für autistische Menschen in Ausbildung, Studium und Beruf statt. Im Alltag können zum Beispiel reizüberfordernde Situationen im Hörsaal oder im Büro, Missverständnisse in der Kommunikation oder Schwierigkeiten bei der Selbstorganisation die Teilhabe erschweren. Das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte Forschungsprojekt AutARK der TU Dresden hat hierzu technische Lösungen entwickelt. Diese können in herausfordernden Situationen Unterstützung bieten. David Gollasch und Kolleg*innen stellen die entwickelten Systeme vor. Sie berichten außerdem über Erkenntnisse aus dem Projekt, die sich an Hochschulen und in Beratungsstellen niedrigschwellig einsetzen lassen. Das Projekt verfolgt einen menschzentrierten Ansatz und berücksichtigt insbesondere die unterschiedlichen Bedürfnisse autistischer Menschen. David Gollasch ist Wissenschaftler und Experte für Mensch-Computer-Interaktion und digitale Barrierefreiheit. Zu seinen Schwerpunkten gehören diversitätssensibles Design und die Barrierefreiheit für heterogene Zielgruppen. Er lehrt an der Dualen Hochschule Sachsen zu menschzentriertem Design und berät Institutionen zu digitaler Barrierefreiheit sowie zur Umsetzung gesetzlicher Vorgaben.
Datum und Uhrzeit: 06.11.2026, 09:30–11:30 Uhr
Ort: Online
Zielgruppe: Interessierte aus Hochschulen und Beratungsstellen
Referierende: David Gollasch und Kolleg*innen (TU Dresden)
- Weitere Informationen und Anmeldung: Autismus in Ausbildung, Studium und Beruf – Teilhabe durch technische Lösungen stärken: Koordinierungsstelle Chancengleichheit Sachsen
Online-Vortrag: Behinderung im Hochschulkontext – ein europäischer Vergleich
Der Online-Vortrag „Behinderung im Hochschulkontext – ein europäischer Vergleich“ findet am 13. November 2026 statt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Hochschulmitarbeitende über Studierende mit Behinderung sprechen und was dies über Inklusion an europäischen Hochschulen aussagt. Vorgestellt werden Auszüge aus dem 2025 veröffentlichten Buch „Das Sprechen über Studierende mit Behinderung aus europäischer Perspektive“ von Dr. Robert Aust. Die Veröffentlichung entstand im Rahmen seiner Promotion und basiert auf Interviews mit Hochschulmitarbeitenden an fünf europäischen Universitäten. Robert Aust untersucht, welche Vorstellungen und Verständnisse von Behinderung Hochschulmitarbeitende und Wissenschaftler*innen zum Ausdruck bringen. Dabei werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede im europäischen Vergleich betrachtet. Gemeinsam mit dem Autor können die Teilnehmenden diskutieren, wie sich beispielsweise Pathologisierungen und Normalisierungen auf Teilhabe und Inklusion in der Hochschulbildung auswirken. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Verantwortung der Wissenschaften für den Diskurs über Behinderung. Dr. Robert Aust ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Macromedia University of Applied Sciences Leipzig und Fellow am Institut für Hochschulforschung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Disability Studies und Diskursanalyse, Hochschulforschung, Inklusion im Hochschulbereich und Subjektivierungsanalysen.
Datum und Uhrzeit: 13.11.2026, 09:30–10:45 Uhr
Ort: Online
Zielgruppe: Interessierte aus Hochschulen und Beratungsstellen
Referent: Dr. Robert Aust (Macromedia University of Applied Sciences Leipzig; Institut für Hochschulforschung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)
- Weitere Informationen und Anmeldung: Behinderung im Hochschulkontext – ein europäischer Vergleich