12/04/2025

Studierendenwerke stärken, Studierende fördern, Chancengleichheit realisieren

Die 87. ordentliche Mitgliederversammlung des Deutschen Studierendenwerks (DSW) hat beschlossen:

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Wir fordern die Länder auf, ihre Zuschüsse oder Finanzhilfen an die Studierendenwerke zu erhöhen, um die Folgen von Inflation und Preissteigerungen für sie und die Studierenden abzufedern und mehr Chancengleichheit auf dem Campus zu ermöglichen.

Die Studierendenwerke ermöglichen mit ihren Leistungen Bildung, Teilhabe und Chancengleichheit. Sie sind das soziale Fundament des deutschen Hochschulsystems. Dieses Fundament droht zu bröckeln, wenn die Länder ihre Studierendenwerke nicht endlich finanziell stärker unterstützen. Die Studierendenwerke benötigen dringend mehr staatliche Unterstützung – im Interesse der Studierenden, im Interesse von Teilhabe und mehr Chancengleichheit. Der Zugang zur Hochschulbildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen.

Anders als bei den Hochschulen machen die staatlichen Zuschüsse der Länder nur einen kleineren Teil des Budgets der Studierendenwerke aus. Im Wesentlichen sind es die Studierenden, die die sozialen Angebote der Studierendenwerke finanzieren, zum einen durch die Umsatzerlöse insbesondere in den Mensen und Cafeterien sowie Mieteinnahmen in den Studierendenwohnheimen, zum anderen durch ihre Sozial- oder Studierendenwerksbeiträge. 

Hinzu kommt: Trotz gestiegener und weiter steigender Kosten sind die staatlichen Zuwendungen an die Studierendenwerke in den letzten Jahren nominal kaum gestiegen. Je geringer die staatliche Unterstützung durch die Länder im Verhältnis ausfällt, desto mehr sind die Studierendenwerke gezwungen, ihre Versorgungsangebote über höhere Preise für Mensaverpflegung und Wohnheim-Mieten sowie höhere Studierendenwerksbeiträge zu finanzieren. Das geht zulasten der Studierenden, deren finanzielle und wirtschaftliche Lage ohnehin schon angespannt ist. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes haben 50 Prozent der Studierenden weniger als 930 Euro im Monat zur Verfügung und leben unter prekären Verhältnissen. Ihr Budget ist auf Kante genäht, und diese Naht droht zu platzen bei weiteren finanziellen Belastungen. Auch die niedrigschwellige, kostenfreie psychosoziale Beratung ist für die Studierenden ein wichtiges Angebot und entsprechend stark nachgefragt. Hier müssen die Länder ebenfalls Mittel zum Erhalt bzw. Ausbau qualitativ hochwertiger Angebote bereitstellen.

Wenn die Länder ihre Studierendenwerke nicht stärker finanziell unterstützen, drohen das politische Ziel von Chancengleichheit und die gesetzliche Grundversorgungsaufgabe der Studierendenwerke, alle Studierenden wirtschaftlich und sozial zu fördern, konterkariert zu werden.

Mehr staatliche Finanzierung der Länder durch Zuschüsse oder Finanzhilfen zum laufenden Betrieb sind unabdingbar, um ein flächendeckendes Angebot an allen Hochschulstandorten zu sozial vertretbaren Preisen zu gewährleisten – auch an Standorten, die nicht profitabel sein können. Als Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge obliegt den Studierendenwerken die flächendeckende Versorgung von Studierenden. Sie sind als gemeinnützige, nicht profitorientierte Organisationen bestens aufgestellt und engagiert, diese staatliche Versorgungsaufgabe zu erfüllen – wenn sie dabei vom Staat auskömmlich finanziert werden.

Die Rolle der Studierendenwerke wird in Zukunft noch wichtiger. Gemeinsam mit den Hochschulen sind sie eine treibende Kraft bei der Wiederbelebung und Gestaltung des Campus‘ der Zukunft. Sie unterstützen die Hochschulen bei deren strategischen Zielen, zuvorderst zur Nachhaltigkeit.

Gerade mit ihrer Hochschulgastronomie sind die Studierendenwerke, auch gemessen an den Standards in der Branche der Gemeinschaftsverpflegung, absolute Vorreiter in Fragen der Nachhaltigkeit. Dieser Vorbildrolle, auch für den klimaneutralen Campus der Zukunft, können und wollen die Studierendenwerke in Zukunft gerecht werden. Dies muss aber von den Ländern auch finanziell und politisch gefördert werden.